Wie "Schöner Wohnen" mit dem Verkauf von Farben und Möbeln Rekordumsätze erzielt

06.06.2018
 

"Schöner Wohnen" baut das Geschäft mit dem Verkauf von Produkten immer weiter aus, nun gibt es sogar ein eigenes Möbelsortiment. Im vergangenen Jahr erzielte die Gruner+Jahr-Marke einen Rekordumsatz mit den Nebengeschäften. Ein "kress pro"-Case gibt Einblick.

Es ist längst nicht ungewöhnlich, dass Medien ihren bekannten Namen auf andere Produkte übertragen und damit ihre Erlösfelder erweitern. "Fit for Fun" verkauft Entsafter ("Slow Juicer") für 150 Euro, im "FAZ"-Shop gibt's Aktentaschen für 1.300 Euro, bei der "Zeit" tickt eine Uhr für 4.500 Euro. Die Reihe ließe sich leicht und lange fortsetzen. G+J beansprucht dabei eine besondere Position. Vor 17 Jahren startete das Magazin "Schöner Wohnen" ("SW") mit Wandfarben als erstem Produkt seine eigene Kollektion  - und hat sie in der Folgezeit ganz aufgemöbelt. Neuerdings trifft das sogar im Wortsinn zu: Seit Herbst 2017 ist "SW" mit einem eigenen Möbel-Sortiment in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf dem Markt. "Keine Medienmarke hierzulande hat ihr Markenuniversum so konsequent erweitert wie 'Schöner Wohnen'", behauptet Matthias Frei, G+J-Publisher Living.

Gruner + Jahr hat in den vergangenen Jahren den Umbau vom herkömmlichen Verlagsgeschäft vorangetrieben und sich die Kernfrage gestellt: Wie kann es gelingen, aus Printmedien, die oftmals eine lange Tradition haben, Content-Commerce-Marken zu machen? Bei sehr journalistisch geprägten Titeln wie zum Beispiel dem "Stern" sind die Möglichkeiten eingeschränkter als bei Special-InterestMedien wie "Schöner Wohnen". Trotz der jahrelangen Erfahrung mit Lizenzen begibt sich ein Verlag im stationären und E-Commerce auf weithin unbekanntes Terrain. "Da treten wir in neue Märkte ein, die mit dem alten Geschäft wenig zu tun haben und uns viel abverlangen", gesteht Frei.

Das "alte Geschäft" besteht im Kern aus: gedrucktem und digitalem Content. Es war für die meisten Verlage schon mühsam genug, die Einbahnstraße des Sendens zu verlassen und sich weitere Disziplinen, nämlich Kommunizieren und Interagieren, anzutrainieren. Dabei sind die Voraussetzungen günstig, den eigenen Aktionsradius zu vergrößern. "Über Content und Community erreichen wir viele Konsumenten", sagt Frei. Der nächste Schritt: Diese Basis kommerzialisieren und kapitalisieren.

"Schöner Wohnen" hat damit relativ früh begonnen - und stößt mit der umfangreichen Möbel-Kollektion in eine neue Dimension vor. Kaum eine Medienmarke deckt eine so breite Wertschöpfungskette ab: vom klassischen Magazin und Content-Anbieter bis zur Rolle als Produzent, Händler und Kaufmarke. "'Schöner Wohnen' ist die Medienmarke in Deutschland mit dem höchsten Diversifikationsgrad - und für den Transformationsprozess bei Gruner + Jahr zugleich Pionier und Vorbild", sagt Frei.

kress.de-Tipp: Den kompletten Case "Ganz schön aufgemöbelt" lesen Sie im aktuellen "kress pro". Darin geht der Autor Roland Karle ausführlich auf die Punkte "Die Kollektion", "Die Zielgruppe", "Köpfe und Kompetenzen", "Geschäftsmodell und Umsatz", "Die Bedeutung der Zeitschrift", "Magazin" und Marke", "Media und Marketing", "Die Möbel-Kollektion" und "Die Modell-Kritik" ein. Die neue "kress pro"-Ausgabe (mit diesen Inhalten) kann in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt gekauft werden - und ist auch im iKiosk erhältlich. Per E-Mail kann sie unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden. "kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. Zum "kress pro"-Abo.

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