SPD-Sprecher zu Onlinern: "Geht mal spielen, jetzt müssen die Erwachsenen ran"

 

Gnadenlos analysiert eine SPD-Arbeitsgruppe die Bundestagswahl 2017 und titelt positiv "Aus Fehlern lernen". Das Papier zeigt mit vielen Beispielen, warum Martin Schulz so krachend verloren hat.

Die Autoren Jana Faus, Horand Knaup,  Michael Rüter, Yvonne Schroth und Frank Stauss nehmen in dem Dossier kein Blatt vor den Mund - und es ist deshalb so lesenswert.

So kritisieren sie zwar, dass die Social-Media-Abteilung weit unter ihren Möglichkeiten geblieben sei: "Zwar wären der erstaunliche Aufstieg des Kandidaten und der Hype im Februar/März nicht ohne die digitalen Kanäle (darunter das social-news-Portal "Reddit") möglich gewesen; doch danach wurden die Möglichkeiten der digitalen Welt und ihrer Methoden geradezu sträflich vernachlässigt."

So habe die Pressestelle praktisch gegen den eigenen Newsdesk im Willy-Brandt-Haus gearbeitet, monatelang hätte der Desk keine einzige exklusive Meldung bekommen, immer nur die Zweitverwertung der Pressestelle. 

Unfassbar - bei Presseterminen schickte der WBH-Sprecher die Online-Redakteure schon mal mit den Worten vor die Tür: "Geht mal spielen, jetzt müssen die Erwachsenen ran." 

Die Autoren reüssieren: "Das mag ironisch gemeint gewesen sein - es spiegelte jedoch die grundsätzliche Haltung der Presseabteilung gegenüber den digitalen Medien wieder."

kress.de-Tipp: Die komplette Analyse der Bundestagswahl 2017 der SPD gibt es hier unter Aus Fehlern lernen.

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