Fachbücher schreiben in nur vier Tagen - wie die Haufe Group agile Arbeitsmethoden einsetzt

 

Die Haufe Group in Freiburg praktiziert seit zehn Jahren agile Arbeitsmethoden. "kress pro" zeigt anhand von drei Beispielen, wie das funktioniert: So schrieben zehn Experten mit Hilfe des Verfahrens BookSprint in nur vier Tagen ein Fachbuch mit 167 Seiten.

Während seiner Studienzeit fiel dem Wirtschaftsinformatiker Ralf Tauscher auf, dass manche vermeintlich schlagkräftigen Teams viel länger für ein Software-Update brauchten als Dutzende freiwillig kooperierender Entwickler. Er erkannte, dass das nicht an den beteiligten Personen, sondern an den Arbeitsmethoden und dem ausgeprägten Verständnis, sich auf die Wünsche und Rückkopplung der Nutzer und Kunden einzulassen, liegt.

Tauscher ist heute "Agile Evangelist" und interner Coach des Freiburger Fachmedienhauses Haufe Group, und dort wird der Ansatz, den er in seinem Studium kennenlernte, seit zehn Jahren praktiziert: agile Arbeitsmethoden. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt das Beispiel BookSprint:

"Veränderungen von oben nach unten ausrollen, das ist nicht der richtige Weg", sagt Joachim Rotzinger, Geschäftsführer in der Haufe Group. Um Mitarbeiter bei Veränderungen in Unternehmen mitzunehmen, wurde im Geschäftsbereich Haufe das Konzept der WHYral Tranformation entwickelt. Der Grundgedanke: Wie lassen sich Veränderungen in Unternehmen viral verbreiten, Mitarbeiter von einer Idee anstecken und Diskussionen entfachen?

Haufe setzte dafür eine spezielle Methode ein: den BookSprint. Zehn Experten aus verschiedenen Geschäfts- und Fachbereichen der Gruppe (Consulting, HR, Marketing, Produktmanagement, Redaktion) kamen zusammen, um sich mit viraler Veränderung zu beschäftigen und Texte zu schreiben. Das Ergebnis war ein 16 Seiten dickes Fachbuch namens "WHY! Wenn Transformation plötzlich wirkt". Es wurde in nur vier Tagen geschrieben.

Alle Autoren arbeiten bei BookSprint auf einer Plattform am Dokument, jeder kann einen Text verändern, ergänzen und bearbeiten. In den Schreibpausen, zum Beispiel nachts, schalten sich ein Lektor  und ein Illustrator ein. Die wesentlichen Entscheidungen werden mit Hilfe von Moderatoren gemeinschaftlich gefällt. "Heterogene Teams und verschiedene Experten arbeiten konzentriert und konzertiert an einem Projekt", sagt Haufe-Content-Stratege Michael Bursik. "Das ist eine spezielle Art, Schwarmintelligenz zu nutzen." Bursik meint, dass Haufe das Thema mit keiner anderen Methode so vertieft hätte erschließen und publizieren können.

kress.de-Tipp: Zwei weitere Beispiele für innovatives Arbeiten bei Haufe finden Sie im Case in "kress pro" 4/2018. Der Autor Roland Karle beschreibt dort, wie Mitarbeiter des Fachmedienhauses an der Auswahl von Führungskräften und Kollegen mitwirken und was Haufe getan hat, um die kreative Arbeit in den Redaktionen effizienter zu machen. Die Ausgabe 4/2018 von "kress pro" kann in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt gekauft werden - und ist auch im iKiosk erhältlich. Per E-Mail kann sie unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden. "kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. Zum "kress pro"-Abo.


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