Michael Pauli wird Greenpeace Media-Geschäftsführer - "vorläufig"

 

Im vergangenen Sommer erst hatte Kurt Stukenberg und seine Chefredakteurskollegin Kerstin Leesch dem angesehenen "Greenpeace Magazin" einen ziemlich umfassenden Relaunch verpasst. Nun herrscht in der Hamburger Redaktion offenbar große Unruhe. Mit sofortiger Wirkung hat Michael Pauli die Geschäftsführung der Greenpeace Media GmbH übernommen. Kerstin Leesch, die auch Geschäftsführerin war, verlässt das Haus.

Kerstin Leesch führte seit 2015 die Greenpeace Media GmbH, die als Tochterunternehmen der NGO nicht nur das "Greenpeace Magazin" herausgibt, sondern unter anderem auch das Greenpeace Warenhaus betreibt. Sie geht nun von Bord. Grund für die "einvernehmliche Trennung", so das Unternehmen, sind "unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung von Greenpeace Media", heißt es in Hamburg.

Nun übernimmt Michael Pauli die Geschäftsführung - "vorläufig", wie es bei Greenpeace weiter heißt. Er ist seit 2009 Bereichsleiter Kommunikation bei Greenpeace Deutschland. Pauli verfügt über fast 30 Jahre Berufserfahrung. So hat er in leitenden Funktionen und als Journalist für Verlage und TV-Sender gearbeitet.

Der 54-Jährige studierte einst Politische Wissenschaften und volontierte beim Radio. Erste Berufsstationen waren unter anderem "Bild" in München, später kamen TV-Einsätze etwa als stellvertretender Chefredakteur von "stern TV" und als Executive Producer für "Axel Springer TV" hinzu.

Kurt Stukenberg, bislang "Greenpeace Magazin"-Chefredakteur, ist ebenfalls nicht mehr im Amt. Er soll einem "taz"-Bericht von Anne Fromm zufolge gekündigt haben. Die "taz"-Medienjournalistin schreibt auch, dass man in der Redaktion nun um die bislang offenbar relativ ungestörte Unabhängigkeit des Magazins fürchtet.

Hintergrund: Das "Greenpeace Magazin" erscheint in einer Auflage von rund 90.000 Exemplaren - zweimonatlich. Im vergangenen Herbst und Sommer hatte Kurt Stukenberg den Titel auf einen monothematischen Stil mit ausgewählten Schwerpunktthemen umgestellt. Im "kressköpfe"-Interview hatte er sein Vorgehen damals erklärt.

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