Martin Bialecki gibt der dpa einen Korb und orientiert sich neu

 

Eigentlich hatte die dpa ganz andere Pläne mit Martin Bialecki, bislang Regionalbüroleiter Nordamerika der Nachrichtenagentur: Er sollte die für ihn neu geschaffene Stelle eines Key Accounters Governance mit Sitz in Berlin übernehmen und in dieser Funktion institutionelle Kunden betreuen. Nun haben sich seine Pläne geändert. Der 50-Jährige verlässt die dpa - "auf eigenen Wunsch", wie es in Berlin heißt.

Die ursprünglichen Pläne der dpa-Geschäftsführung und von Chefredakteur Sven Gösmann, über die kress.de bereits im Januar berichtet hatte, sind damit vom Tisch. Martin Bialecki möchte zum 1. September die Leitung des Periodikums "Internationale Politik" übernehmen. Die dpa entspricht seinem Wunsch und dankt ihm trocken "für die geleistete Arbeit".

Die Stelle des Key Accounters Governance, die offenbar für den dpa-Vertrieb von wichtiger Bedeutung ist, soll nun umgehend neu ausgeschrieben werden. Bis die Position besetzt ist, übernimmt diese Aufgaben weiterhin der Leiter Medienvertrieb: Christoph Strotmann hat den Bereich "Governance" bei der dpa in den vergangenen Jahren aufgebaut.

Martin Bialecki war seit 2015 Büroleiter der dpa in Washington, wo er die gesamte mehrsprachige Berichterstattung der Agentur aus den USA und Kanada verantwortet. Nach seinem Studium (Politische Wissenschaften, Geschichte, Soziologie) kam er im Jahr 1995 zu dpa. Auf das Volontariat folgten Stationen in München und Hamburg. Im Jahr 1999 übernahm er die Leitung des Ressorts Vermischtes/Modernes Leben in der Zentralredaktion in Hamburg. Von dort wechselte er an die Spitze des dpa-Hauptstadtbüros und des Ressorts Politik Deutschland nach Berlin, das er von 2002 bis Oktober 2009 führte. Nach gut einem Jahr als Geschäftsführer der Kommunikationsagentur Plato in Berlin und Brüssel kehrte er Anfang 2011 zur dpa in die Politikredaktion zurück, die er bis zu seinem Wechsel 2015 nach Washington leitete.

Hintergrund: Die Fachzeitschrift "Internationale Politik" ist die Nachfolgeveröffentlichung des von 1946 bis 1994 erschienenen "Europa-Archivs". Sie ist eine zweimonatlich (bis September 2009 monatlich) erscheinende deutschsprachige Fachpublikation für internationale Beziehungen. "Internationale Politik" wird seit von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP)  herausgegeben.

Martin Bialecki übernimmt nun also die Nachfolge der bestens vernetzten, leider viel zu früh verstorbenen Politik-Expertin Sylke Tempel. Sie starb am 5. Oktober 2017, während des Sturms "Xavier". Laut Feuerwehr war sie aus ihrem Fahrzeug ausgestiegen, um ein Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Dabei wurde sie von einem umstürzenden Baum getroffen. Bei der DGAP hatte man offenbar lange nach einem Nachfolger gesucht. Bialecki wird nun zum 1. September nicht nur die "Internationale Politik"-, sondern auch die "Berlin Policy Journal"-Leitung antreten. "Wir haben mit Martin Bialecki einen internationalen Journalisten mit profunder Kenntnis der deutschen Außenpolitik gewonnen, der über viele Jahre die Berichterstattung über Deutschlands Rolle in der Welt von zentralen internationalen Schauplätzen mitgeprägt hat", lobt DGAP-Präsident Arend Oetker die Neuverpflichtung.

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