WDR schließt das Kapitel Gebhard Henke endgültig ab

 

Offizielles Ende einer Ära: Der WDR und sein langjähriger Fernsehspielchef Gebhard Henke, der in der TV-Branche auch als einflussreicher "Tatort"-Koordinator bekannt war, haben ihren Arbeitsrechtsstreit außergerichtlich beigelegt. Dem 63-Jährigen war im Juni gekündigt worden, wogegen Henke Klage eingereicht hatte. Nun wird er nicht mehr zum Sender zurückkehren.

Mit der außergerichtlichen Einigung ist Henke seinen Job als bisheriger Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie beim WDR endgültig los. Die Kündigung im Juni erfolgte wegen "glaubhafter Vorwürfe sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs", wie es damals beim Sender hieß. Die Vorwürfe verschiedener weiblicher Mitarbeiter hatte der WDR geprüft und hielt sie "im Ergebnis für schwerwiegend und glaubhaft".

Nun hat man sich auf eine abschließende außergerichtliche Formulierung geeinigt: "Nachdem das Vertrauensverhältnis zwischen dem WDR und Prof. Henke nicht mehr herzustellen ist, haben die Parteien entschiedne, die Zusammenarbeit zu beenden." Weitere Nachfragen über den Inhalt der Vereinbarung lassen beide offenbar nicht zu.

Hintergrund: Gebhard Henke, geboren 1955 in Holzminden, war WDR-Programmbereichsleiter. Er trat außerdem als deutscher Filmproduzent und Professor an der Kunsthochschule für Medien Köln in Erscheinung. Er begann seine Karriere beim WDR bereits im Jahr 1984 beim Westdeutschen Rundfunk Köln. Später betreute Henke unter anderem die Programmklassiker "Lindenstraße" und die ARD-"Tatort"-Reihe. Er war Mitglied der Gemeinschaftsredaktion ARD-Hauptabendserie und der Gemeinschaftsredaktion Vorabendserie. WDR-Intendant ist Tom Buhrow, WDR-Fernsehdirektor ist Jörg Schönenborn.

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