Neuer Reichweiten-Riese im Südwesten: "SWP" und "Schwäbische" kooperieren bei Berichterstattung aus Berlin

 

Politiker in Berlin haben ein neues Reichweiten-Schwergewicht als Gesprächspartner. Ab dem 1. September kooperieren nach kress-Infos Hendrik Groths "Schwäbische Zeitung" und Ulrich Beckers "Südwest Presse" offiziell bei der Berichterstattung aus der Hauptstadt.

Dabei bleiben die Zeitungen weiterhin unabhängig, betonen die Chefredakteure im Gespräch mit kress. Ziel soll es vielmehr sein, die Qualität der Berichterstattung zu erhöhen. Zudem soll die Zusammenarbeit der beiden größten Zeitungen in Baden-Württemberg ("Schwäbische Zeitung": 159.454 Exemplare, "Südwest Presse": 259.822 Exemplare, laut IVW 2/2018) die Präsenz des Südwestens in der Bundeshauptstadt stärken.

Die Zusammenarbeit sieht folgendermaßen aus: Sabine Lennartz, die langjährige Korrespondentin der "Schwäbischen Zeitung", zieht in die Räume der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (NBR) in der Friedrichstraße. Die NBR erstellt bereits jetzt mit 14 Redakteuren vor Ort Inhalte für "Südwest Presse", "Märkische Oderzeitung" und "Lausitzer Rundschau". Unter Leitung von Guido Bohsem arbeitet beim NBR bereits ein erfahrenes Team: Günther Marx (Senior Editor, News-Überblick), Ellen Hasenkamp (Bundespräsident / Kanzleramt / Verteidigung / Union), Stefan Kegel (Innen / Außen / FDP), Michael Gabel (Familie, Senioren, Jugend / Justiz und Verbraucherschutz / Grüne), Mathias Puddig (Bildung und Forschung / Kultur und Medien / Ernährung und Landwirtschaft / SPD), André Bochow (Entwicklung / Berliner Politik / DDR-Geschichte / Linke), Thomas Block (Energie / Seite 4 SWP / AfD), Hajo Zenker (Gesundheit und Pflege /  Regionale Wirtschaft), Dieter Keller (Finanzen / Wirtschaft / Arbeit und Soziales / Verbände / Gewerkschaften), Dorothee Torebko (Verkehr / Bahn / Energie / Umwelt), Igor Steinle (Digitales / Umwelt) und Maria Neuendorff (Berlin-Reportagen / Gericht / Polizei).

Beide Chefredakteure betonen, dass sie mit der Zusammenarbeit die Chance sehen, den großen Netzwerken wie Funke oder dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) Paroli zu bieten: "Unser Motto heißt Vielfalt in der Einheit: Wir erhöhen die Durchschlagskraft der Berichterstattung, ohne Einheitsbrei zu produzieren", betont SWP-Chefredakteur Becker. So könne jeder Chefredakteur mit seinen Korrespondenten eigene Themen absprechen. In vielen Fällen - beispielsweise bei großen Interviews - wolle man aber die gemeinsame Reichweite von über 1,5 Millionen Lesern ausspielen. 

Chefredakteur Hendrik Groth betont, dass die Zusammenarbeit eine Investition in journalistische Qualität darstelle: "Wir glauben an die Zukunft von gut gemachten Regionalzeitungen, die ihre Eigenständigkeit bewahren."

"Wer in Baden-Württemberg flächendeckend wahrgenommen werden will, muss in Zukunft mit uns sprechen", macht Ulrich Becker deutlich.

Weitere Verlage als NBR-Parnter können sich sowohl Becker als auch Groth vorstellen: "Wir sind offen für alle Partner, die sich eine Kooperation auf Augenhöhe mit eigenen Leuten und keine Abhängigkeit wünschen", sagen sie selbstbewusst. Und betonen, dass "Schwäbische" und die "SWP" in Baden-Württemberg weiterhin natürlich Konkurrenten bleiben, "vor allem in der Stuttgart-Berichterstattung".

Für Funke und Madsack ist die Entscheidung der beiden Auflagengrößen aus Ulm und Ravensburg eine schmerzliche Niederlage in ihrem Ansinnen, möglichst viele Zeitungen mit konfektionierter Berlin-Berichterstattung zu bedienen. Es gibt inzwischen so gut wie keine Zeitung mehr, bei der das Redaktionsnetzwerk Deutschland von Wolfgang Büchner nicht vorstellig geworden wäre. Erst kürzlich hatte kress gemeldet, dass selbst DuMont mit seinen Qualitätszeitungen wie "Kölner Stadt-Anzeiger", "Berliner Zeitung" oder "Berliner Zeitung" seine Bundeshauptstadt-Berichterstattung zukünftig von Madsack bezieht und dafür Anteile an RND Berlin erwirbt.

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Ihre Kommentare
Kopf

Gabriel Neuwirt

tierfreunde.com
Digitales Marketing

20.08.2018
!

Die Kooperation macht sehr viel Sinn. Ich denke das ist der Weg den kleine und mittelgroße Zeitungen gehen sollten.


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