"Es gibt den perfekten Job in der Medien- oder PR-Branche": Verena Renneberg hilft bei der Karriereplanung

21.08.2018
 

Kommunikationswissenschaftlerin Verena Renneberg hat in ihrem neuen Buch "In 10 Tagen zum Traumjob in Medien und PR" die zehn besten Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung zusammengestellt. Wie tadellose Bewerbungsunterlagen aussehen, wie Bewerber ihren Lebenslauf optimieren und schnell wichtige Kompetenzen erlangen - und vor allem, wie sie ihr Ziel in kürzester Zeit erreichen.

Kein Weg ohne Ziel. Schnell zu seinem Ziel gelangen kann nur, wer es kennt. Deshalb müssen Sie zuerst Ihr Berufsziel definieren. Und das ist sicher nicht "irgendwas mit Medien", denn diese Jobposition gibt es nicht.

Daher soll dieser erste Tag ganz im Zeichen Ihrer Zielsetzung stehen. Denn: Erst wenn Ihr Ziel feststeht, können Sie sich auf den Weg dorthin machen und erfolgreich sein. Und wenn Sie jetzt noch gar nicht so genau wissen, wohin die berufliche Reise gehen soll, dann ist eben jetzt der beste Zeitpunkt, zumindest erste Etappenziele festzulegen.

Natürlich können Ziele sich ändern. Das soll Sie aber nicht daran hindern, die Ziele klar zu definieren, die Sie aktuell haben. Nehmen Sie sich die Zeit, und zwar jetzt.

Recherchieren Sie, lesen Sie sich Wissen an: Wer sind Ihre Vorbilder? Wer arbeitet wo in Ihrer Wunschposition? Vereinbaren Sie (Telefon-)Termine, fragen Sie Medienleuten Löcher in den Bauch. Rufen Sie die Personal- und Ausbildungsabteilungen Ihrer Wunsch-Arbeitgeber an und informieren Sie sich über mögliche Jobs. Lesen Sie das Internet leer und und suchen Sie nach Videos mit Jobportraits. Werden Sie sich klar darüber, welches Ziel Ihr oberstes Berufsziel ist. Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf und erforschen Sie Ihre Ziele ganz genau, besonders auch mittel- und langfristig.

Sie wollen jetzt Reporter werden? Wunderbar. Ein spannender Job. Sie gehen jeden Tag raus, bei Wind und Wetter, und bringen die Geschichten vom Fußballfeld, aus dem Kanzleramt oder von den Straßen der Stadt mit in die Redaktion zurück (daher auch der Name, von franz. reporter, zurücktragen). Das ist abwechslungsreich und mitunter auch sehr prestigeträchtig. Aber in 15 oder 20 Jahren, werden Sie dann immer noch jeden Tag rauswollen? Oder kann es sein, dass Sie dann bereits wetterfühlig sind oder aber die tägliche Abwechslung schon zu sehr zur Routine verkommen ist? Vielleicht wollen Sie einmal eine Familie gründen, ein Eigenheim kaufen oder auch nur großartige Reisen unternehmen und finanziell unabhängig sein. Reicht da ein Reporter-Gehalt? Wollen Sie nicht vielmehr mit den Jahren auch mehr Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen, statt immer nur die Anweisungen des Redaktionsleiters entgegenzunehmen?

Vielleicht lautet ja auch von vornherein Ihr unbedingtes Berufsziel "Chefredakteur", "Head of Communication", "Art Director" oder "Intendant"? Auf diese Positionen kann man sich nicht als Berufseinsteiger bewerben, und sie werden oftmals an jemanden vergeben, der sich bereits um das Unternehmen verdient gemacht hat. So ein ehrgeiziges Ziel können Sie sich gern setzen. Es ist sogar sehr gut, ehrgeizige Ziele zu haben. Und wenn Ihr Vorhaben ernsthaft durchdacht ist, wird man Sie auch als Berufsanfänger ernstnehmen. Nur müssen Sie dann auch ganz behutsam Ihre Teilziele - Ihre sogenannten Meilensteine, wie es im Projektmanagement so schön heißt - definieren. Beispielsweise: Studium,Volontariat, Reporter, Redakteur, verantwortlicher Redakteur, Chef vom Dienst, Redaktionsleiter, Abteilungsleiter, Chefredakteur, Intendant.

Vielleicht aber wollen Sie gar nicht in einen dieser klassischen Jobs, oder Sie sind sich noch nicht sicher. Dann finden Sie heraus, was Sie wollen - und zwar anhand von Jobbörsen. Klar, diese richten sich in erster Linie an Jobsuchende. Aber sie eignen sich hervorragend dafür, anhand von Profil-/Aufgabenbeschreibungen festzustellen, welcher nun der geeignete Beruf ist.

Im Zuge der Digitalisierung sind massenweise neue Berufsfelder entstanden, die in klassischen Berufsratgebern gar nicht berücksichtigt werden. Bei der neuen Fülle an Medienjobs sollte tatsächlich für jeden der perfekte Traumjob dabei sein. Die wichtigsten Stellenbörsen finden sich auf den Internetseiten von Branchendiensten. Das sind Info-Dienste, die es für jede Branche gibt: für die Landwirtschaft, das Bäckereiwesen usw. - und eben natürlich auch für die Medienbranche. Erwähnenswert sind insbesondere kress.de, newsroom.de oder prreport.de.

Jeder Branchendienst, das werden Sie sehen, hat eigene Schwerpunkte. Je nach Ihren Interessen finden Sie online übrigens auch Branchendienste für den Musik-Sektor, die Gaming-Szene, den Marketing-Bereich usw.

Ob Sie nun alle Portale regelmäßig lesen oder nur ein, zwei ausgewählte, das bleibt Ihnen überlassen. Mit der Zeit bekommen Sie ein Gespür dafür, was für Sie interessant und wichtig ist. Auf jeden Fall müssen Sie die News zu aktuellen Trends, neuen Formaten, Publikationen und Personalien kennen. Sie gewinnen dadurch einen Überblick über die wichtigsten Entscheider und Entscheidungen der Branche und über den aktuellsten Stand der Entwicklung. Zum einen sollte Sie das ohnehin interessieren, zum anderen sollten Sie auch gewappnet sein für Bewerbungsgespräche und für Smalltalk am Rande von Veranstaltungen. Erarbeiten Sie sich ein Gespür für Zusammenhänge und Strategien.

kress.de-Tipp: Der zitierte Text ist das erste Kapitel zu Verena Rennebergs Buch "In 10 Tagen zum Traumjob in Medien und PR". Es ist in der Edition Oberauer erschienen. Sie können es in unserem Shop sowohl gedruckt als auch digital erwerben. Hier finden Sie auch weitere Verlagspublikationen wie "Der Futtertrog für den Journalismus" von Anton Hunger. kress.de erscheint im Medienfachverlag Oberauer.

Zur Person: Verena Renneberg (Jahrgang 1978) leitet an der IST-Hochschule für Management seit 2016 den Studiengang "Kommunikation und Medienmanagement" und ist Prodekanin des Fachbereichs "Kommunikation und Wirtschaft". Zuvor hatte sie die Professur "Crossmedia-Produktion" an der HMKW Berlin inne. Die promovierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaftlerin war parallel zu ihrer akademischen Karriere mehr als zehn Jahre lang in der medialen Praxis aktiv. Zu ihren Stationen zählten u.a. das Referat "Presse und Kommunikation" des Deutschen Bundestags, die Nachrichtenagentur dapd, Das Erste, das NDR Fernsehen, das Red Bull Media House in Salzburg, verschiedene Verlage und das ZDF. Für letzteres war sie im Sendezentrum in Mainz, im Südamerika-Studio in Rio de Janeiro und bei einer dreimonatigen Produktion in der Mongolei tätig.

Davor führte ihr Studium sie von Weilheim in Baden über Santiago de Chile und Havanna auf Kuba zur Fernsehakademie in München und anschließend weiter an die Universität Wien. Im Bereich Management Consulting berät Renneberg Redaktionen und Unternehmen mit Blick auf Workflow- und Produkt-Optimierung. Auch als Dozentin ist sie seit vielen Jahren im Einsatz, wie beispielsweise alljährlich an der Sommerakademie der Universität Liechtenstein. Ihre publizistischen Arbeiten reichen von branchenspezifischen Artikeln bis hin zu Fachliteratur:",Auslandskorrespondenz im globalen Zeitalter - Herausforderungen der modernen TV-Auslandsberichterstattung" wurde 2011 von SWR 2 zum "Buch der Woche" gekürt. Rennebergs Forschungsschwerpunkt liegt auf Internationalisierung und Digitalisierung von Medien.

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