Beim "Spiegel" sollen Barbara Hans, Ulrich Fichtner und Steffen Klusmann den bisherigen Chefredakteur Klaus Brinkbäumer ablösen

22.08.2018
 

Seit 2015 führt er den "Spiegel": Klaus Brinkbäumer wird laut übereinstimmenden Medienberichten als Chefredakteur abgelöst. Künftig soll ein Trio um Barbara Hans, Ulrich Fichtner und Steffen Klusmann das Nachrichtenmagazin steuern.

Barbara Hans, Ulrich Fichtner und Steffen Klusmann sollen Chefredakteursposten bekommen, Klusmann soll zusätzlich den Titel "Vorsitzender der Chefredaktion" tragen. "Das Trio soll gemeinsam entscheiden, wie und auf welchen Kanälen bestimmte Storys und Nachrichten ausgespielt werden", schreibt Kai-Hinrich Renner in einem Bericht der "Berliner Morgenpost". Zuvor hatten "epd", "Meedia" und "Tagesspiegel" über den Führungswechsel beim "Spiegel" berichtet.  

Steffen Klusmann ist seit November 2013 Chefredakteur des "manager magazins". Er löste damals Arno Balzer ab. Klusmann arbeitete nach seinem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten mehrere Jahre als Redakteur im Ressort Wirtschaft und Politik für die "WirtschaftsWoche". Ab 1996 berichtete er für das "manager magazin" über Wirtschaftspolitik und Technologietrends. Später wechselte er in die Entwicklungsredaktion der "Financial Times Deutschland", die ab Februar 2000 erschien. Er war zunächst als Ressortleiter Agenda unter anderem für Hintergrundberichte und Kommentare zuständig, später Blattmacher. 2003 kehrte Klusmann in der Position des stellvertretenden Chefredakteurs kurzzeitig zum "manager magazin" zurück, 2004 wurde er zum Chefredakteur der "Financial Times Deutschland" ernannt. 2009 wurde ihm zusätzlich dieselbe Funktion bei "Capital" übertragen. Nach der Einstellung der "FTD" wechselte Klusmann im März 2013 als stellvertretender Chefredakteur zum "stern".

Barbara Hans führt "Spiegel Online" seit Dezember 2016 als Chefredakteurin. Ihr Vorgänger hieß Florian Harms, jetzt Chefredakteur von "t-online.de". Barbara Hans studierte Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und Kulturwissenschaften in Münster und Brighton, Großbritannien. Sie promovierte an der Universität Hamburg über Inszenierungsstrategien von Politikern und Vertrauen in Politik. Nach dem Volontariat bei Spiegel Online mit Stationen beim "Spiegel" arbeitete sie als Redakteurin im Ressort Panorama sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg. 2011 wurde sie Leiterin des Ressorts Panorama bei Spiegel Online, im Februar 2014 stellvertretende Chefredakteurin. 

Ulrich Fichtner wirkt bislang als Reporter im "Spiegel"-Gesellschaftsressort. Er machte ein Volontariat bei der "Frankenpost in Hof und studierte anschließend Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft in Bremen und Berlin. Parallel zu seinem Studium arbeitete er für den Bremer "Weser-Kurier", die "Frankfurter Rundschau" und für die internationale Nachrichtenagentur Associated Press. Seine erste Festanstellung führte ihn zur Wendezeit in das Berliner Büro der AP. 1994 wurde er Nachrichtenredakteur bei der "Frankfurter Rundschau", ab 1996 einer der "FR"-Korrespondenten in Berlin. 2000 wechselte er nach Hamburg zum "Zeit"-Dossier. Seit 2001 ist er Reporter beim "Spiegel". In den Jahren 2011/2012 war er Korrespondent des Nachrichtenmagazins in New York, danach zwei Jahre Leiter des Ressorts "Gesellschaft" in Hamburg. Seit April 2016 ist er, wie schon in den Jahren 2002 bis 2010, Reporter mit Dienstsitz Paris.

Laut Kai-Hinrich Renner hat der bisherige "Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer "nach Ansicht der Gesellschafter die geplante Fusion zwischen Print- und Online-Redaktion nicht energisch genug vorangetrieben". Diese Verschmelzung soll nun Renner zufolge möglichst schnell über die Bühne gehen. "Zu diesem Zweck werden der Spiegel und Spiegel Online ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, für das die geplante gemeinsame Redaktion von Print und Digital arbeiten soll. Dieser Gemeinschaftsredaktion wird das neue Chefredakteurs-Team vorstehen", schreibt Renner bei "morgenpost.de".

Der Spiegel-Verlag hat sich zu den Berichten bislang noch nicht geäußert.

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