"Leser wollen mehr sein als Rezipienten von Journalismus": "Zeit Online"-Projekt "Deutschland spricht" wird zum Exportschlager

14.09.2018
 

"Zeit Online" setzt bei seiner politischen Leser-Initiative "Deutschland spricht" auf Wachstum. "Uns als Redaktion gibt 'Deutschland spricht' das Gefühl, einen positiven Impuls zu setzen, über die reine Berichterstattung hinaus", sagt die stellvertretende Chefredakteurin Maria Exner im Gespräch mit dem "Medium Magazin".

Die hinter "Deutschland spricht" liegende Software, die Anmeldungen von Nutzern verwaltet und Paare zu politischen Gesprächen zusammenbringt, soll für alle Redaktionen weltweit als Open-Source-Projekt veröffentlicht werden. 

Schon heute ist das Portal "My country talks" international, finanziert von Google. Exner betont gegenüber dem "Medium Magazin", die Redaktion habe sich freiwillig entschieden, den Code für die Software freizugeben.

Die aufwändige Initiative "Deutschland spricht" ist laut Exner lehrreich für die Redaktion: "Sie bekommt ein viel genaueres Bild von den Menschen, die Zeit Online lesen." So fiel den Journalisten auf, dass knapp die Hälfte der teilnehmenden Nutzer viel Verständnis für Russland zeigten. "Wir machen auch die Erfahrung, dass Leser, Zuschauer, Zuhörer oft mehr sein wollen als nur die Rezipienten von Journalismus. Sie würden gerne mitreden", sagt Exner.

Weite Teile der Organisationen liegen in den Händen von Ressortleiter Philip Faigle. Ihn motiviert die überwiegend positive Resonanz. "Die Feedback-Mails nach dem ersten 'Deutschland spricht' waren ein erhebender Moment - viele Teilnehmer waren begeistert, da hat uns viel Liebe erreicht", sagt Faigle. Bundesweit treffen sich am 23. September wieder Gesprächs-Paare. Zu "Deutschland spricht" haben diesmal auch viele weitere Partner aufgerufen, u.a. Spiegel Online, die "Süddeutsche", tagesschau.de, Chrismon und Regionalzeitungen.

kress.de-Tipp: Einen Einblick in die Organisation des journalistischen Großprojekts gibt Jens Twiehaus in der Ausgabe 05/2018 von "medium magazin", Seiten 30 bis 33. Zu den weiteren Themen in dieser Ausgabe gehören die "Top 30 bis 30" des Jahres 2018, Content Marketing, Test von Audiotools zum Transkribieren, Werkstatt konstruktiv schreiben". Das Editorial und eine kostenlose Heftvorschau gibt es hierDas Heft ist digital (per Sofortdownload) und gedruckt im Newsroom-Shop sowie digital im iKiosk verfügbar. Zum Abo hier entlang. Das "medium magazin" - das Magazin für Journalisten, in dem aktuelle Branchenthemen diskutiert und beleuchtet werden - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. Chefredakteurin ist Annette Milz. Sie ist auch Herausgeberin der Journalisten-Werkstätten.

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