Daniel Steil angelt sich den "Economist" für "Focus Online": "Alleine sind wir ein kleiner Fisch"

 

"Focus Online" vermeldet einen namhaften Zugang für sein Partnerprogramm: Das Nachrichtenportal übersetzt seit dieser Woche Artikel des "Economist". Damit hat sich "Focus online" inzwischen mit fast 100 Partnern verbündet.

Im Interview mit "kress pro" sprach Noch-"Focus Online"-Chefredakteur Daniel Steil bereits im Frühjahr darüber, was die Kooperationen bringen sollen. Sein Deal, den er vor allem heimischen Medientiteln anbietet: "Focus Online" schaufelt Reichweite zu den Partnern, die zusätzlichen Vermarktungserlöse werden geteilt. Erster Partner von "Focus Online" war der Kölner "Express", der nach eigenen Angaben die Reichweite deutlich steigern konnte. In diesem Jahr wird "Focus Online" mehr als eine Millionen Euro an Vermarktungserlösen an seine Partner ausschütten, schätzt "kress pro".

Daniel Steil im Gespräch mit "kress pro"-Chefredakteur Markus Wiegand:

"kress pro": Herr Steil, 2018 soll für Burda Forward das Jahr der Partnerschaft mit anderen Verlagen werden. Warum?

Daniel Steil: Alleine sind wir ein kleiner Fisch. Mit unseren Partnern zusammen können wir einen größeren Schwarm bilden, der sich gegenseitig stärkt und ergänzt sowie eine einmalige Informationsdichte anbietet. Nur als Schwarm sind wir in der Lage, gegen die Konkurrenz und damit gegen die amerikanischen Player Google, Facebook, Amazon und Apple zu bestehen. Das ist unser Ziel, und das können wir nicht alleine.

"kress pro": Was haben Partner davon, wenn sie mitmachen?

Daniel Steil: Sie können ihre Reichweite steigern und bekommen 50 Prozent der zusätzlichen Erlöse. Wir wollen uns gegenseitig stärken. Deshalb öffnen wir auch komplett das Know-how, was Suchmaschinenoptimierung, Social Media, Video und unser sonstiges technologisches Wissen angeht. Jetzt werden Sie fragen: Wo ist der Haken?

"kress pro": Und wo ist der Haken?

Daniel Steil: Ich sage Ihnen: es gibt keinen.

"kress pro": Wenn Sie den Traffic des Partners steigern, könnten Abhängigkeiten entstehen. Und irgendwann drehen Sie an der Aufteilung der Erlöse.

Daniel Steil: Das ist nicht einmal annähernd geplant. Wir legen das Ganze auf eine dauerhafte und faire Partnerschaft an, denn davon sind wir überzeugt. Das können Sie auch daran erkennen, dass es keine Mindestlaufzeit für die Kooperation gibt.

"kress pro": Ungewöhnlich ist, dass Sie Ihr technologisches Know-how mit den Partnern teilen wollen. Keine Angst, dass das ausgenutzt wird?

Daniel Steil: Wir bei Focus Online vertrauen unseren Partnern. Wenn ich nicht vertraue und mich nicht öffne, dann lerne ich auch selbst nichts. Es geht nicht nur um das gemeinsame Geschäft.

"kress pro": Worum denn?

Daniel Steil: Wir haben als deutscher Publisher auch einen Demokratieauftrag. Wir wollen eine variantenreiche Medienlandschaft mit vielen Meinungen. Die können sich nicht bilden, wenn US-Unternehmen in Deutschland die Herrschaft über die verschiedenen Themen und Kanäle übernehmen.

kress.de-Tipp: Der Strategie-Case "Partner gesucht" ist in "kress pro"-Ausgabe 3/2018 erschienen. Darin zeigt Chefredakteur Markus Wiegand, wie "Focus Online" mit Regionaltiteln kooperiert. Die Ausgabe kann in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt gekauft werden - und ist auch im Kiosk erhältlich. Per E-Mail kann sie unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden. "kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. Zum "kress pro"-Abo.

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