Spiegel intern: "Wirtschaftsjournalist"-Chefredakteur Wolfgang Messner über einen Interview-Glücksfall

 

Viel wird über den "Spiegel" geschrieben, aber selten erfährt man, wie es dort wirklich zugeht. Das ungewöhnlich offene Interview des "Wirtschaftsjournalist" mit dem langjährigen Wirtschaftschef Armin Mahler zeigt einiges vom Innenleben des Nachrichtenmagazins, das man so selten oder noch nie gelesen hat.

Die Interviewsituation

In einem langen Journalistenleben führt man viele Interviews. Die allerbesten waren die, die nie ein persönlicher Referent, eine Pressestelle oder eine Kommunikationsabteilung zu Gesicht bekommen hatte. Sie atmeten die Originalität des Gesprächs. Gewagte Aussagen waren nicht durch einen Stussfilter verschleiert, glatt gebügelt oder eliminiert worden. Sie blieben als Statement stehen, hallten nach und wirkten als Echo einer Wahrhaftigkeit, die heute immer seltener zu finden ist.

Das Mahler-Interview

Unser Gespräch mit Armin Mahler reihen wir in diese raren Glücksfälle ein. Mahler hatte in seinen 27 Jahren als Wirtschaftschef und Vorsitzender der Mitarbeiter KG des "Spiegels" nur zwei Interviews gegeben: eines der "Süddeutschen" und eines dem "Wirtschaftsjournalist". Da fühlen wir uns schon mal gerührt. Dass er unser kleines Branchenmagazin auswählte, um zu seinem Abschied Bilanz zu ziehen, ehrt uns. Es war auch Glück dabei und auch gute Kontakte im Spiel, um der Wahrheit die Ehre zu geben. Das Gespräch zeigt in seiner Offenheit vieles vom Innenleben des "Spiegels", den Machtkämpfen, den Triumphen und Niederlagen. Das Interview fand in Mahlers neuem Büro in der Ericusspitze statt, das er als Autor gerade erst bezogen hatte. So wie Mahler uns geschildert worden war, gestaltete sich das Gespräch: angenehm unaufgeregt, kollegial und hochprofessionell.

Wenn die "Spiegel"-Kommunikation das Interview je gesehen und so durchgewinkt hat, sagen wir mit besten Grüßen mal: "Respekt!" Wenn es anders gewesen sein sollte (was wir annehmen), dann rufen wir der Pressestelle zu: "Freut euch! Es ist ein wahrhaftiges Gespräch entstanden, das Authentizität ausstrahlt."

Warum hat Mahler es gegeben?

Wir können da nur Mutmaßungen anstellen. Gefragt haben wir ihn nicht. Vielleicht hätten wir das tun sollen. Aber manchmal ist es auch besser, nicht alles wissen zu wollen. Allem Anschein nach ging es ihm darum, eine Bilanz seines Berufslebens, seiner bisherigen Jahre beim "Spiegel" zu ziehen. Und sicherlich war es ihm auch ein Anliegen, mal das loszuwerden, was er in all den Jahren nie sagen durfte. Uns freut es und Sie als Leser dürfen sich mitfreuen.

kress.de-Tipp: Der Text von "Wirtschaftsjournalist"-Chefredakteur Wolfgang Messner ist das Editorial zum aktuellen "Wirtschaftsjournalist". Titelgeschichte der Ausgabe 5/2018 ist das Interview mit Armin Mahler. Ebenfalls in diesem Heft finden Sie die Wahl zum besten Unternehmenssprecher 2018. Die aktuelle Ausgabe des "Wirtschaftsjournalist" können Sie als Printausgabe oder E-Paper-Version in unserem Shop kaufen oder im iKiosk erwerben. Per Mail ist sie unter vertrieb(at)oberauer.com erhältlich. Der "Wirtschaftsjournalist" (Chefredakteur: Wolfgang Messner, Herausgeber: Johann Oberauer) erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. Zum Abo.

Exklusive Storys und aktuelle Personalien aus der Medien- und Kommunikationsbranche gibt es von Montag bis Freitag in unserem Newsletter "kressexpress". Kostenlos abonnieren.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.