Global Digital Women-Gründerin Tijen Onaran: "Ich wünsche mir mehr Intrapreneure!"

24.10.2018
 

Woran erkennt man einen schlechten Chef? Welche Fehler sollten Talente vermeiden? An welchen Defiziten arbeiten? In der Karriere-Reihe des "PR Report" gibt es Rat von renommierten PR-Profis. Warum Tijen Onaran, CEO von Global Digital Women, empfiehlt, in Netzwerken und Koalitionen zu denken.

Wenn ich heute 25 Jahre alt wäre, würde ich ...:
... all die Fehler genauso wieder machen, diesmal mit dem Bewusstsein, dass Geduld und Selbstvertrauen sich immer auszahlen. 
 
Nach welchen Kriterien sollte man seinen ersten Arbeitgeber auswählen?
Nach Werten, die einem wichtig sind, nach Rahmenbedingungen, die zum aktuellen und geplanten Lebensentwurf passen sowie nach Vorbildern, von denen es viel zu lernen gibt.  
 
Der größte Fehler, den Berufsanfänger/Young Professionals in der Kommunikation machen können, ist ...:
... selbst nicht sichtbar zu sein. Ein klar erkennbares Expertenprofil ist die Grundlage für gute Kommunikationsarbeit, intern sowie extern.
 
Ein Mitarbeiter begeistert sie, wenn ...:
... wenn er/sie bereit ist die gegebene Freiheit auch mit Verantwortung zu leben.
 
Mit Blick auf den Nachwuchs/Young Professionals: Wo/bei welchen Kompetenzen sehen Sie die größten Defizite?
Die durch New Work gewonnen Freiheiten auch mit Verantwortung auszufüllen, sprich: Entscheidungsstärke. Ich wünsche mir mehr Intrapreneure!  
 
Welche Kompetenzen brauchen moderne Kommunikatoren unbedingt?
Die Kompetenz des digitalen Storytellings und des Community-Managements! Moderne Kommunikatoren/-innen sind mehr denn je gefragt, die digitalen Kanäle zu nutzen, um die Geschichten hinter den Geschichten zu erzählen.
 
Welche Kompetenzen haben im Vergleich zu vor zehn Jahren an Bedeutung verloren?
Ich würde nicht sagen, dass generell Kompetenzen an Bedeutung verloren haben, sondern vielmehr, dass sich der Fokus verschoben hat. Während früher stark nach der Ich-Perspektive Geschichten erzählt wurde, müssen heute die Geschichten viel stärker aus der Community-Perspektive erzählt werden. Insbesondere dann, wenn es darum geht die Geschichten der Botschafter/-innen eines Unternehmens zu teilen, muss immer überlegt werden: Welche Zielgruppe spricht diese Person an?
 
Welche Kompetenzen kommen in der Kommunikation niemals aus der Mode?
Die Kompetenz in Netzwerken und Koalitionen zu denken. Als Kommunikator/-in erzähle ich die Geschichten anderer für andere - umso wichtiger ist es deshalb intern und extern gut vernetzt zu sein und bereits in der Entstehung der Geschichte Sparringspartner zu haben, die ganz diverse Sichtweisen miteinbringen.
 
Digitale Kompetenzen braucht heute jeder. Was heißt Digitalkompetenz eigentlich konkret?
Für mich bedeutet Digitalkompetenz, Digitalisierung in all ihren verschiedenen Facetten zu begreifen und vor allem sich auf sie einzulassen! Konkret bedeutet das, dass ich verstehen muss was Digitalisierung für meinen Arbeitsbereich, aber auch den Bereich meiner/s Kollegin/en bedeutet! Es reicht in meinen Augen nicht sich als Kommunikator/-in mit Digitalisierung in der Kommunikationsbranche zu beschäftigen, vielmehr muss ich auch verstehen was Digitalisierung für den Vertrieb, für die Unternehmenskultur oder für Geschäftsprozesse bedeutet.
 
Müssen moderne Kommunikationsprofis (künftig) programmieren können?
Nein - aber sie müssen die Sprache des Programmierens verstehen!
 
Welche Aufgaben in der Kommunikation werden künftig von Maschinen/Künstlicher Intelligenz erfüllt?
All diejenigen Aufgaben, die Daten im Fokus haben.
 
Eine Fähigkeit, die ein moderner Kommunikator unbedingt braucht, aber an der Universität nicht lernt:
Sich ein belastbares Netzwerk an Multiplikatoren, Förderern und Mentoren/-innen aufzubauen.
 
Einen schlechten Chef erkennt man an ...:
... dem Streben nach Position und Titel, welches er/sie über Inhalte stellt. 

kress.de-Tipp: Seien Sie dabei beim großen PR Report Camp in Berlin! Am 13. November, am Tag der Verleihung der PR Report Awards, bringt der PR Report in der Hauptstadt Young Professionals, Berufseinsteiger und Studenten mit potenziellen Arbeitgebern zusammen. Das Karriereforum steht unter dem Motto "Was mit PR? Dann aber gleich richtig!"  Am Start sind Bayer, Bertelsmann, Bosch, Brunswick, Commerzbank, DAPR, Fischer-Appelt, GK Personal- und Unternehmensberatung, Hill + Knowlton Strategies, Klenk & Hoursch, Kommpassion, Loesch Hund Liepold, Pioneer Communications, Porsche, PRCC, Schuhmann Personalberatung und Thyssen-Krupp.

Auch sonst gibt es an diesem Tag ein abwechslungsreiches Programm:
 
25 Top Cases - das leisten Deutschlands PR-Profis: Eine Auswahl der besten Projekte des Jahres - präsentiert von ihren Machern.
 
PR Report Werkstatt: Es wird gehämmert, geschraubt und gefeilt - verschiedenen Sessions und Workshops der PR Report Werkstatt zeigen, wie moderne PR-Arbeit funktioniert. Mit dabei sind Weber Shandwick, WhatsBroadcast / MessengerPeople, Mynewsdesk, Lautenbach Sass, Exit, Hill + Knowlton. 
 
Das Finale von #30u30: Der Jahrgang von 2018 tritt in Zweierteams im Finale des diesjährigen Wettbewerbs gegeneinander an und kämpft um die Trophäen in der Kategorie "Young Professional des Jahres".

Der "PR Report" erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "PR Report"-Chefredakteur ist Daniel Neuen, Herausgeber Johann Oberauer.

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