"Wir entschuldigen uns": "Spiegel", "Stern" und "Zeit" geben nun doch heftbezogene IVW-Meldungen ab

01.11.2018
 

Der lautstarke Protest des Verbands der werbungtreibenden Unternehmen und des Verbands der Mediaagenturen in Deutschland zeigt Wirkung. Die großen Printtitel "Spiegel", "Stern" und "Zeit" kehren schnell zur heftbezogenen Auflage zurück.

"Spiegel, Stern und Zeit werden über den 1. Januar 2019 hinaus heftbezogene IVW-Meldungen abgeben. Eine gegenteilige Entscheidung, die am Montag bekannt geworden war, nehmen wir hiermit zurück", heißt es an diesem Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung.

"Wir hören damit auf das laute und kritische Echo aus dem Markt und von unseren Kunden und entschuldigen uns für die Verwirrung. Es stand für uns immer außer Frage, dass transparente und neutral gemessene Leistungswerte sehr wichtig sind", betonen die Verlage Gruner + Jahr, Spiegel und Zeit. 

Sie hatten zuvor bei der IVW die Teilnahme am Heftmeldeverfahren zum Jahresende gekündigt. Auch Burda hat diesen Schritt für den "Focus" vollzogen. Ob Burda sich nun den anderen Großverlagen anschließt - noch unklar.

Die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) und die Organisation der Mediaagenturen (OMG) forderten die betroffenen Verlage Anfang dieser Woche auf, ihre Kündigungen umgehend rückgängig zu machen und dem Werbemarkt auch künftig diese überaus relevanten Planungsdaten zur Verfügung zu stellen (kress.de berichtete).

Joachim Schütz, Geschäftsführer OWM, erklärte: "Ein Rückzug der Verlage aus dieser unabhängigen Auflagenprüfung führt zu Intransparenz und ist für die werbenden Unternehmen nicht hinnehmbar. Die betroffenen Verlage schneiden sich ins eigene Fleisch."

Klaus-Peter Schulz, Geschäftsführer OMG, ging noch einen Schritt weiter: "Der Entschluss, aus dem Meldeverfahren für Heftauflagen auszuscheiden, könnte die Gattung Print nachhaltig beschädigen. Besonders bedauerlich ist, dass sich gerade journalistisch hochwertige Titel damit in einen klaren Wettbewerbsnachteil begeben."

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