Arne Henkes führt "watson.de" kommissarisch - Gesa Mayr und Anne-Kathrin Gerstlauer gehen wegen "unterschiedlicher Auffassungen"

08.11.2018
 

Ströer hat - wie von "kress pro" exklusiv gemeldet - in diesem April "watson.de" gestartet. Neun Monate später gibt es bei dem News-Portal, das eine junge Zielgruppe anpeilt, einen Führungswechsel. Die Redaktionsleiterinnen Gesa Mayr und Anne-Kathrin Gerstlauer haben via Facebook ihren Abschied verbreitet.

"Wir als Chefredaktion haben uns entschlossen, watson.de zu verlassen. Grund ist die unterschiedliche Auffassung der Ausrichtung der Redaktion. Wir sind sehr stolz auf unser Team und alles, was wir in der gemeinsamen Zeit erreicht haben. Wir wünschen der Redaktion und den Schweizer Kollegen nur das Beste und sind uns sicher, dass sie weiter Großes leisten werden", heißt es in einem gemeinsamen Post von Gesa Mayr und Anne-Kathrin Gerstlauer.

Gesa Mayr war Chefredakteurin bei "watson.de". Jahrgang 1986, aufgewachsen in Bonn und Berlin, studierte Mayr "European Studies" und "Media Culture" an der Universität Maastricht und der Universität Bologna. Ihr Volontariat absolvierte sie beim "Kölner Stadt-Anzeiger" mit Außenstationen bei der dpa in Washington und "Spiegel Online". Ab April 2013 wirkte Mayr als Redakteurin bei "Spiegel Online" im Ressort Panorama. Im Juni 2016 fing sie als Textchefin bei "bento" an, dem Web-Angebot der Spiegel-Gruppe, schnell stieg sie zur stellvertretenden Redaktionsleiterin auf.

Anne-Kathrin Gerstlauer wirkte als stellvertretende Chefredakteurin von "watson.de". Sie wurde 1989 in der Eifel geboren. Gelernt hat sie Journalistik an der TU Dortmund, beim "Kölner Stadt-Anzeiger" machte sie ihr Volontariat. In der Folge fing sie als Redakteurin Studium bei "Zeit Online" an, von Mai 2016 an verantwortete sie "Zeit Campus Online".

Auf kress.de-Nachfrage heißt es bei Ströer: "Gesa Mayr und Anne-Kathrin Gerstlauer haben sich entschieden, die Chefredaktion auf eigenen Wunsch aufgrund unterschiedlicher Auffassungen in der Ausrichtung von watson.de zu verlassen."

Arne Henkes wird kommissarisch die Leitung der "watson.de"-Redaktion übernehmen. Henkes ist Director Content der Ströer Content Group. 2005 fing er als Redakteur bei t-online.de an und verantwortete in der Folge die strategische Weiterentwicklung des Portals. 2017 übernahm er die neu geschaffene Führungsposition des Director Content bei der "t-online.de"-Mutter Ströer. Henkes baute in dieser Funktion den neuen t-online.de-Newsroom in Berlin auf und übernahm zusätzlich übergreifende publizistische Aufgaben in der Gruppe, zu der neben t-online.de Special-Interest-Portale wie giga.de, kino.de und erdbeerlounge.de gehören. Henkes berichtet an den CEO der Ströer Content Group, Marc Schmitz. 

Hintergrund: Ströer hatte 2015 das Portal "T-Online" gekauft und war damit in größerem Stil ins Geschäft mit Inhalten vorgestoßen. "Mit Watson wollen wir vor allem Millennials erreichen", sagte CEO Marc Schmitz im vergangenen Oktober gegenüber "kress pro". Man habe auch geprüft, unter der Marke 'T-Online' gezielt jüngere Nutzer anzusprechen, sei aber zum Schluss gekommen, dass die Zielgruppe "eine eigene Ansprache" brauche. "'T-Online' konzentriert sich weiter auf die Zielgruppe der User ab 35 Jahre", so Schmitz damals. "watson.de" hat sein großes Vorbild in der Schweiz: "watson.ch" ist seit 2014 am Start.

kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

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