Medienmanagerin Anita Zielina über das "Chefsein": "Innovation ermöglichen bedeutet auch Kontrollverlust zulassen"

14.11.2018
 

Die Medienmanagerin Anita Zielina fordert eine neue Kultur auf den Führungsetagen von Medienhäusern, um Innovationen in Gang zu bringen. "Viele traditionelle Medien, ebenso wie andere alteingesessene Unternehmen, besetzen ihre erste Reihe gern mit 'befehlenden' Führungskräften", schreibt Zielina in einem Beitrag für "medium magazin".

Die übliche Interaktion zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter sei die Weisung. "In der Organisation verhindert dieser Stil Flexibilität und neue Ideen und Experimente", so Anita Zielina im "Medium Magazin".

Sie war stellvertretende Chefredakteurin und Digital-Chefin des "Stern" und Mitglied der Unternehmensleitung der "Neuen Zürcher Zeitung". Derzeit forscht sie am Reuters Institute der Universität Oxford zu Transformationsprozessen.

Zielina beschreibt im "Medium Magazin", wie häufig ungeeignete Führungskräfte den Kulturwandel in Verlagen, Redaktionen und Sendern im Weg stehen: "Da gibt es cholerische Chefredakteure, Ressortleiter, die sich vor ihren Mitarbeitern in Einzelbüros verstecken, Verlagsleiter, die sich weigern, Mitarbeitergespräche zu führen, oder altgediente Experten, die in Konferenzen gern mit sexistischen Witzen auffallen."

Um Neues zu schaffen, sei aber ein anderer Stil nötig, betont Zielina in "medium magazin": "Innovation ermöglichen bedeutet auch Kontrollverlust zulassen. Dabei war einst Kontrolle ausüben das Identifikationsmerkmal Nummer eins vom 'Chefsein'." Falls die Beharrungskräfte zu groß sind und sich nichts verändern lässt, rät Zielina Mitarbeitern, konsequent ihren Arbeitgeber zu wechseln: "Suchen Sie sich eine andere Medienorganisation, die Ihren Innovationswillen schätzt. Es gibt zum Glück genug davon."

kress.de-Tipp! Der Beitrag von Anita Zielina erscheint in der Zukunftsausgabe von "medium magazin", Ausgabe 06/2018, auf den Seiten 56 bis 61. Weitere Themen darin u.a.: Der große Generationen-Dialog "Was hat Zukunft", "Journalismus der Dinge", Debatte um die Nationalitätennennung von Tätern in Berichten, Blockchain-Modelle für Medien, Blockchain-Modelle für Medien, Wolf Schneiders neue Sprachkritik, Special Umwelt & Nachhaltigkeit mit dem Schwerpunkt "Nature Writing" sowie eine16-seitige Werkstatt "Erfolgreich gründen" und die 24seitige Sonderedition "Journalistin 2018" mit der neuen WDR Chefredakteurin (TV) Ellen Ehni zu den #metoo-Vorwürfen im WDR und zu ihren künftigen Prioritäten. Die "medium magazin"-Ausgabe 6/2018 ist hier digital (per Sofortdownload) und gedruckt verfügbar, inklusive Heftvorschau. Zum Abo hier entlang. Das "medium magazin" - das Magazin für Journalisten, in dem aktuelle Branchenthemen diskutiert und beleuchtet werden - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. Chefredakteurin ist Annette Milz. Sie ist auch Herausgeberin der Journalisten-Werkstätten.

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