Wie Cirkus-TV-Gründer Mark Bradford den deutschen Streaming-TV-Markt aufmischt

 

Mit schlanken Vertriebsstrukturen, Streaming-Know-how und geschicktem Verhandeln erobern die Ex-BBC-Manager Mark Bradford und Hugh Williams neue Pay-Plattformen. "Wir ziehen Geld von den alten Großen ab", sagt Cirkus-TV-Co-Gründer Bradford im Gespräch mit "kresspro" (8/2018). Und das mit einfachen Mitteln – aber offenbar dem Gespür für TV-Märkte in einer radikalen Umbruchsphase.

Das Land, das Europa aller Voraussicht nach im kommenden Frühjahr den Brexit abtrotzen wird, steht derzeit in politischen Fragen sicher nicht oben auf der internationalen Beliebtheitsskala. Was typisch englische, lakonische Lebensweisheiten angeht, allerdings doch. So lässt sich mit der Poesiealbum-Redewendung "Keep it small and beautiful" der Geschäftsansatz, mit dem die beiden TV-Veteranen Hugh Williams und Mark Bradford gut zusammenfassen.

Und natürlich erfreuen sich die oft eben doch ein wenig originelleren Krimiserien von der Insel wie die Vorzeigeproduktion "The Young Inspector Morse", "Lewis" oder "The Fall – Tod in Belfast", aber auch Nordisches wie "Kommissar Beck" oder "Der Adler" anhaltender Beliebtheit auf dem Kontinent. Mit Angeboten wie diesen zählte Bradfords und Williams' Streaming-Paket Cirkus TV zu den Startkunden der Amazon Channels in Deutschland. Ein Vorsprung, der sich für die beiden spätberufenen Streaming-Anbieter auszahlt.

Nur vier Mitarbeiter, sie selbst eingeschlossen, beschäftigt ihr Unternehmen in London. "Mitbewerber arbeiten oft mit 100 bis 150 Leuten", sagt Bradford. "Wir halten den Überbau klein, damit wir wettbewerbsfähig sind." 

Bei Amazon fährt er mit der Lieber-Klein-Methode recht erfolgreich. "Wir zählen zu den Top-5-Amazon-Channels", sagt Bradford. Vier Stunden pro Woche schauen sich die Kunden demzufolge pro Woche Cirkus-TV-Inhalte an. Zum Vergleich: Bei Netflix konsumieren die Abonnenten pro Woche demnach acht bis zehn Stunden Programm – kein schlechter Wert also für ein vergleichsweise überschaubares Cirkus-TV- Programmangebot. "Wir wollten der Erste auf dem Markt sein mit Amazon", blickt Mark Bradford zurück. "Mit einem Vorsprung von acht Monaten haben wir seitdem den Algorithmus auf unserer Seite", sagt er.  

kress.de-Tipp! Wie Mark Bradford und Hugh Williams ihr Streaming-Geschäft konkret aufziehen und auf welche Plattformen sie bereits expandiert sind bzw. wo sie weiter wachsen wollen, liest man detailliert im "kress pro"-Hintergrundbericht, erschienen in der Ausgabe 8/2018. Das "kress pro"-Heft mit diesen weiteren Themen kann in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt gekauft werden - und ist auch im iKiosk erhältlich. Per E-Mail kann es unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden. "kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. Zum "kress pro"-Abo. 

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