"Playboy"-Chefredakteur Florian Boitin: "Wir haben zum elften Mal in Folge die Abo-Zahlen steigern können"

06.12.2018
 

Der "Playboy" meldet seit Jahren steigende Abozahlen. Chefredakteur Florian Boitin sagt im "kress pro"-Interview, wie er gegen den Markttrend Stammkunden gewinnt.

"kress pro": Prominenz steckt aber doch schon immer in der DNA des "Playboy". Die US-Kollegen sind ja immer noch stolz, dass auf ihrem ersten Titel eine damals zugegebenermaßen noch nicht ganz so bekannte Schauspielerin namens Marilyn Monroe zu sehen war. Aber ohne Aha-Effekte würden Sie sich heutzutage recht schwer tun?

Florian Boitin: Unbedingt! Journalismus ist in den heutigen Tagen - und das betrifft ja nicht nur den "Playboy" - so spannend, so aufregend, aber auch so herausfordernd wie noch nie zuvor. Wir verzeichnen allgemein in der Branche zwar rückläufige Auflagen, haben aber gleichzeitig in der Breite ein Medienangebot, das noch nie so groß war wie jetzt. Das heißt: Der Kampf um die Aufmerksamkeit der Leser ist für uns das höchste Gut.

"kress pro": Wer wollte Aufmerksamkeit nicht erzielen?

Florian Boitin: Da zitiere ich gerne Billy Wilder: "Du sollst nicht langweilen." Uns muss es gelingen, dass wir die Leser, aber auch die Nicht-Leser immer wieder überraschen. Und das macht übrigens auch großen Spaß. Erfreulich ist: Wir haben sehr treue Leser. Das spiegelt sich so auch in unseren Abonnentenzahlen wider, die ja beständig steigen. Derzeit verzeichnen wir - vollkommen gegen den Markttrend - den höchsten Stand seit Jahren. Und wir arbeiten daran, auch die Noch-Nicht-Leser zu erreichen. Wir wollen, dass der "Playboy" jetzt und in den Folgejahren ein Magazin ist, das Aufmerksamkeit erregt und Begehrlichkeit erzeugt. 

"kress pro": Die für Sie erfreuliche Arithmetik müssen Sie uns noch einmal erklären: Wie gehen denn die beiden Zahlen - nicht dramatisch, aber eben doch sinkende Auflage auf der einen, steigende Reichweiten laut MA und steigende Abos - zusammen?

Florian Boitin: Ich könnte jetzt einfach sagen: weil wir ein phantastisches Produkt machen! Aber wir wissen natürlich, dass das Phänomen unterschiedliche Gründe hat. Grundsätzlich gilt: Wir machen uns als Team tagtäglich darüber Gedanken, was Männer lieben. Das ist schließlich unser Motto.

"kress pro": Der vergleichsweise neue, bei Ihrem jüngsten Relaunch von "Alles, was Männern Spaß macht" leicht modifizierte Claim in "Alles, was Männer lieben".

Florian Boitin: Er treibt uns an. Wir überlegen deshalb, wie wir auf einer Vielzahl an Kanälen Inhalte erstellen können, die für unsere Zielgruppe relevant sind. Es geht immer darum, ein Produkt auf den Markt zu bringen, das wettbewerbsfähig ist.

"kress pro": Und wie erklärt das nun die Abo-Zahlen?

Florian Boitin: Die Zufriedenheit unserer Stammleser, das bestätigt uns auch die aktuelle Marktforschung wieder, ist extrem. Wir fragen das immer wieder ab, um zu überprüfen, ob unser Magazin tatsächlich als zeitgemäß empfunden wird. Wir können ja vieles behaupten und all unser Geld in Marketing stecken. Das machen wir nicht. Dafür stecken wir es ins Produkt. Und gönnen uns in regelmäßigen Abständen immer wieder den vermeintlichen Luxus der Marktforschung. Die Frage ist doch: Treffen wir wirklich den Nerv unserer Leser? Die Antwort unserer Stammleser darauf ist ermutigend. Von der großen Mehrheit wird uns zurückgespiegelt, dass der "Playboy" in seiner Machart einzigartig sei. Und erlauben Sie mir dazu noch eine Anmerkung: Hätten wir jetzt einmal ein Quartal mit sehr erfreulichen Abo-Zahlen verzeichnet, müsste man das wohl für einen Ausreißer halten. Tatsächlich haben wir nun aber bereits zum elften Mal in Folge die Abo-Zahlen im Vergleich zum Vorjahresquartal steigern können. Und das aktuell im dritten Quartal sogar wieder sehr deutlich. 

kress.de-Tipp! Das Interview ist ein Auszug aus einem Gespräch zwischen kress-Korrespondent Rupert Sommer und Florian Boitin, das in in "kress pro"-Ausgabe 8/2018 erschienen ist. Darin sagt der "Playboy"-Chefredakteur auch, warum ein Viertel des Umsatzes inzwischen aus Zusatzgeschäften kommt , wie er 2,3 Mio Fans auf Facebook einbindet und was er am Nachmittag eigentlich so treibt. Das "kress pro"-Heft 8/2018 mit diesen weiteren Themen kann in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt gekauft werden - und ist auch im iKiosk erhältlich. Per E-Mail kann es unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden. "kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. Zum "kress pro"-Abo.

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