Chefeinkäufer Rüdiger Böss geht bei ProSiebenSat.1 nach 25 Jahren

 

Ende einer Ära: Rüdiger Böss verlässt den Medienkonzern ProSiebenSat.1 zum Jahresende. Wie das Haus ohne den bewährten Mann für Hollywood auskommen möchte.

Der umtriebige, in der Branche gleichermaßen bestens geschätzte wie vernetzte Chef-Einkäufer, der zuletzt den pompösen Titel "Executive Vice President Group Content Acquisitions & Sales" auf seiner Visitenkarte unterbringen musste, wird den TV-Konzern, dem er über lange Jahre wichtige Lizenzen gesichert hatte, zum Jahresende den Rücken kehren. Wohin Böss gehen wird, ist noch unklar. Er möchte, wie er sagt, jetzt erst einmal eine "Verschnaufpause" einlegen. "Der Junge muss an die frische Luft", so Böss.

Seit 1992 war er für ProSiebenSat.1 tätig. Seit 2007 verantwortete Rüdiger Böss die Verhandlungen und den Erwerb von Lizenz-Filmen und -Serien und Videoplattformen der Mediengruppe. Er schloss langfristige Deals mit Hollywood-Studios wie Warner Bros., Disney, Twentieth Century Fox, CBS, Paramount und Regency. 

Sein Weggang dürfte im Zusammenhang mit weitreichenden internen Umstrukturierungen unter dem neuen CEO Max Conze stehen, auch bei der Tochter Red Seven. Im Januar übernimmt Henrik Pabst den Posten eines Chief Commercial Officers Entertainment bei ProSiebenSat.1. In dieser Funktion wird er dann auch für Inhalte-An- und -verkäufe zuständig sein und somit die Aufgaben von Böss mit übernehmen.

Als "unseren Mann in Hollywood" bezeichnet ihn zum Abschied Conrad Albert, der Stellvertretende CEO der ProSiebenSat.1 Media SE. "Sein Gespür für den nächsten großen TV-Hit, sein Verhandlungsgeschick und seine Leidenschaft für Filme sind legendär", sagt er über Rüdiger Böss.

Hintergrund: ProSiebenSat.1 beschäftigt rund 6500 Mitarbeiter. Vorstandsvorsitzender ist Max Conze.

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