Redaktion aufgelöst: Kickboxerin Christine Theiss wird Fit for Fun-Herausgeberin

 

Harter Schlag: Burda lagert die Print-Redaktion von "Fit for Fun" zu einer Agentur aus - mit Christine Theiss als Herausgeberin. Der DJV kritisiert den Radikalumbau, von dem 24 Mitarbeitern unter dem bisherigen Chefredakteur Alex Steudel betroffen sind, scharf.

"Das ist eine extrem unsportliche Entscheidung von Burda", sagt Marina Friedt, Vorsitzende des DJV Hamburg, und verweist auf die Erfolge des ehemaligen "Milchstraßen"-Titels, den Burda heute als "Deutschlands größte journalistische Fitness- und Lifestylemarke" bezeichnet. "Dazu haben die Kolleginnen und Kollegen das Heft gemacht. Sie haben gezeigt, dass sie fit genug sind, es noch weiter nach vorn zu bringen."

Doch BurdaNews-Geschäftsführer Burkhard Graßmann hat sich für ein anderes Modell für die Zukunft des Print-Titels entschieden: Künftig wird das Heft die Hamburger Redaktionsagentur mar10-media GmbH produzieren. Die bestehende Print-Redaktion, die bislang seit 2011 von Chefredakteur Alex Steudel geführt wurde, wird aufgelöst. "Für die 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von der Auslagerung betroffen sind, werden sozialverträgliche Lösungen gefunden", heißt es bei Burda in München. 

Pikant an dem neuen Modell: Geschäftsführer des neuen Agenturpartners mar10-media ist der ehemalige Springer-Verlagsgeschäftsführer Nikolaus Marten. Er kennt "Fit for Fun" gut, war er doch auch bereits "Amica"-Chefredakteur und "Cinema"-Herausgeber bei der Verlagsgruppe Milchstraße, der früheren Heimat von "Fit for Fun".

Das offenbar lukrative Digitalgeschäft der "Fit for Fun" soll auch in Zukunft bei BurdaNews bleiben - inklusive der Redaktion für die digitalen Kanäle. Zudem bleibt die strategische und kaufmännische Leitung, die Vermarktung sowie das Merchandising- und Licensing-Geschäft in den Händen der Münchner.

Mit der Verpflichtung von Christine Theiss, der promovierten Medizinerin und ehemals höchst erfolgreichen Profi-Sportlerin, die 23 Mal Kickbox-Weltmeisterin war, lässt sich das neue Konstrukt journalistisch auf ein Wagnis ein. Mit der Herausgeber-Rolle dürfte sich die bislang im Print-Umfeld unerfahrene Medien-Seitensteigerin erst anfreunden müssen. Sie war zuletzt häufig vor der Kamera zu sehen, etwa als Moderatorin der Sat.1-Reihe "The Biggest Loser".

Dr. Theiss will "Fit for Fun" eigenen Angaben zufolge "noch stärker als Magazin für Frauen und Männer positionieren", wie sie sagt. "Auch das 'Fun' im Titel wird unter dem neuen inhaltlichen Konzept wieder stärker in den Mittelpunkt rücken", kündigt Theiss an.

Hintergrund: Inhaltlich sollen dem künftigen "Fit for Fun"-Team Redakteure und Autoren mit Kompetenzen aus den Bereichen Fitness, Gesundheit, Food, Lifestyle, Beauty und Partnerschaft zuarbeiten, wie es bei Burda heißt. Außerdem soll der Titel in ein Netzwerk aus externen Experten und Influencern eingebunden werden.

Zum neuen Redaktionsmodell sagt BurdaNews-Geschäftsführer Graßmann: "Wir haben uns mit dem Schritt, die Produktion der Print-Inhalte von 'Fit for Fun' an eine externe Redaktion zu geben, sehr schwergetan. Wir wollen die Marke 'Fit for Fun' in die Zukunft führen, daher ist diese Entscheidung unvermeidbar", sagt er. "Trotz der herausfordernden Entwicklung bekennen wir uns klar zum Magazin. Wir sind der festen Überzeugung, dass Print auch in zunehmend digital besetzten Segmenten einen festen Platz hat und wirtschaftlich erfolgreich sein kann."

Exklusive Storys und aktuelle Personalien aus der Medien- und Kommunikationsbranche gibt es von Montag bis Freitag in unserem Newsletter "kressexpress". Kostenlos abonnieren.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.