In Österreich wird die Steuer auf digitale Zeitungen und Magazine halbiert - Verbände applaudieren

15.01.2019
 

In Österreich werden die Mehrwertsteuersätze auf digitale Zeitungen und Magazine von 20 auf 10 Prozent reduziert. Dies hat die Bundesregierung im Ministerrat beschlossen. Aus der Branche gibt es freudige Reaktionen. 

"Die beschlossene Halbierung der Mehrwertsteuer für digitale Zeitschriften und Fachmedien ist ein überaus positives Zukunftssignal für die gesamte Medienbranche", erklärt Claudia Gradwohl, Präsidentin des Österreichischen Zeitschriften- und Fachmedienverbandes (ÖZV). Gradwohl ist Chief Human Ressources Officer der Verlagsgruppe News.

Markus Mair, Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), spricht von einem dringend notwendigen Beschluss und einem wichtigen und nachhaltigen Impuls zur Weiterentwicklung der digitalen Presselandschaft in Österreich. "Medienunternehmen verlegerischer Herkunft erhalten durch den zukünftig verminderten Mehrwertsteuersatz endlich die Möglichkeit, ihre Kombiangebote von Print und Online ökonomisch sinnvoller zu forcieren und auch die digitale Transformation besser zu meistern", so Mair.

Die aktuelle steuerrechtliche Ungleichbehandlung von Print- und Digitalausgaben sei stets ein Hindernis für attraktivere Kombiangebote gewesen. Mair, der als CEO die Styria Media Group führt, bedankte sich daher ausdrücklich bei Finanzminister Hartwig Löger, Medienminister Gernot Blümel und Finanzstaatssektretär Hubert Fuchs für die rasche Umsetzung dieser EU-Mehrwertsteuerrichtlinie.

Hintergrund: Für gedruckte Bücher, Zeitungen und Zeitschriften galt in Europa bislang der ermäßigte Mehrwertsteuersatz, für die digitalen Ausgaben aber nicht. Die EU-Finanzminister haben im vergangenen Oktober den Weg für Änderungen freigemacht. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat angekündigt, die Mehrwertsteuer für elektronische Produkte rasch senken zu wollen. In Deutschland werden für E-Books 19 Prozent und für Printprodukte 7 Prozent Umsatzsteuer fällig. Verleger hatten seit geraumer Zeit darauf gedrungen, dies anzugleichen.

"Die Digitalisierung schreitet voran und es wird Zeit, dass unser Steuerrecht Schritt hält mit dem Wandel. Als Bundesfinanzminister werde ich mich zügig daran machen, für Deutschland den Mehrwertsteuersatz auf E-Books und E-Paper auf 7 Prozent zu senken. Wir brauchen verlässliche und gut recherchierte Informationen heute dringender denn je - egal ob in gedruckter Form oder elektronisch", so Olaf Scholz im Oktober 2018. 

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) begrüßten die Einigung des EU-Finanzministerrates: Endlich werde die digitale Presse nicht mehr schlechter gestellt als gedruckte Zeitungen und Zeitschriften. Die Neuregelung werde die vielfältigen digitalen Presseangebote unterstützen und weitere Innovationen anregen.

Exklusive Storys und aktuelle Personalien aus der Medien- und Kommunikationsbranche gibt es von Montag bis Freitag in unserem Newsletter "kressexpress". Kostenlos abonnieren.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.