Kosten runter, Qualität rauf: Wie sich die "Main-Post" neu aufstellt

 

Mit dem Projekt Aladin will die "Main-Post" ein Fünftel der Redaktionskosten einsparen und zugleich bessere Inhalte anbieten. Wie das funktionieren soll, hat Change-Manager Ivo Knahn im aktuellen "kress pro"-Dossier erklärt.

Im Märchen "Aladin und die Wunderlampe" macht sich der Held einen Geist dienstbar, der in einer Lampe gefangen ist, wird mit seiner Hilfe reich, bekommt die Tochter des Sultans zur Frau und ist am Ende der Geschichte selbst Herrscher.

Die "Main-Post" aus Würzburg hat die Märchenfigur aus uralter Zeit zum Namensgeber für ein Vorhaben auserkoren, mit dem sie auch ohne Hilfe durch übernatürliche Kräfte ganz gegenwärtige Probleme lösen will. Geschäftsleitung und Chefredaktion der Regionalzeitung haben Anfang 2016 ein Projekt namens Aladin gestartet, um Arbeitsprozesse, Strukturen und technische Systeme in der Redaktion grundlegend zu erneuern. Sie machten drei zentrale Ziele zur Vorgabe:

1. Die Redaktionskosten sollen von 2015 bis 2024 um 20 Prozent sinken. Diese Vorgabe beruht auf der Prognose, dass die Zeitung Verluste im Print-Geschäft nur zum Teil durch zusätzliche Erlöse wird kompensieren können. Sie muss daher auch sparen. Betriebsbedingte Kündigungen sind damit allerdings nicht verbunden, weil bei der "Main-Post" ohnehin viele Mitarbeiter aus Altersgründen gehen werden. Von 2015 bis 2024 verlassen wahrscheinlich 50 bis 60 Redakteure deswegen das Unternehmen. Die Zeitung forciert diesen Prozess, indem sie offensiv Altersteilzeit anbietet. Nur einen Teil der Abgänge wird sie durch Neueinstellungen ausgleichen.

2. Die Redaktion schrumpft, doch ihr Output soll größer werden. Genauer: ihr Output an Artikeln, die die Zeitung unverzichtbar machen. Im Jargon der "Main-Post" sind das Inhalte der Kategorie A: aktuelle Stoffe, die einen regionalen Bezug haben oder stark profilgebend sind und die zugleich Reichweitenpotenzial haben oder exklusiv sind. Außerdem haben diese Artikel entweder einen hohen Nutzwert, berühren die Leser emotional oder können mehrfach verwertet werden.

3. Alle journalistischen Inhalte sollen fortan medienneutral bereitgestellt werden. Das bedeutet die Abkehr von Produktionsabläufen und einer IT-Infrastruktur, die vor allem an den Erfordernissen der gedruckten Zeitung orientiert sind. Mit weniger Redakteuren mehr gute Inhalte zu produzieren, kann nur gelingen, wenn man in der Redaktion große Produktivitätspotenziale findet: indem man Journalisten z. B. von Arbeiten befreit, die nicht notwendigerweise Journalisten tun müssen, indem man Arbeitsprozesse standardisiert und automatisiert oder der Redaktion eine bessere Technik zur Verfügung stellt.

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