Studie: So deutlich ist das Generations-Gefälle beim Bewegtbild-Konsum

06.02.2019
 

Das lineare Fernsehen lebt, doch die Zukunft von klassischen Bewegtbild-Angeboten ist offener denn je. Das zeigt eine repräsentative Studie von Statista, die nextMedia.Hamburg im Vorfeld des newTV Kongress durchgeführt hat.

Demnach wird lineares Fernsehen weiterhin von 80 Prozent der Deutschen konsumiert und lässt Bewegtbild-Angebote von Videoplattformen (67 Prozent), Mediatheken (59 Prozent) und On-Demand-Anbietern (53 Prozent) deutlich hinter sich.

Die Ergebnisse der Studie offenbaren jedoch ein deutliches Generations-Gefälle beim Bewegtbild-Konsum: So schauen 87 Prozent der 50- bis 65-Jährigen regelmäßig lineares Fernsehens, während nur 35 Prozent derselben Altersklasse Video-on-Demand-Angebote nutzen. Anders sieht es bei der jüngeren Konsumentengruppe aus: Bewegtbild-Inhalte von Videoplattformen wie YouTube (81 Prozent) und Video-on-Demand-Angebote (73 Prozent) sind bei den 18- bis 29-Jährigen am beliebtesten, das lineare Fernsehen kommt bei diesem Vergleich auf nur 67 Prozent.

Zwei Drittel der Jüngeren glauben, dass das lineare Fernsehen in 10 Jahren tot ist

Ähnlich unterschiedliche Ansichten werden deutlich, wenn es um eine Einschätzung der Überlebenschancen klassischer TV-Formate wie Samstagabend-Shows, Talk- & Reality-Shows, Serien und Telenovelas geht. Weniger als die Hälfte der 18- bis 29-jährigen (44 Prozent) ist der Auffassung, dass alle diese Formate auch in fünf Jahren noch existieren. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die jungen Bewegtbildnutzer zu etwa zwei Dritteln (65 Prozent) ein generelles Aussterben des linearen Fernsehens in den nächsten zehn Jahren für möglich halten. Die ältere Generation teilt diese Prognose nicht: 74 Prozent der 50- bis 65-Jährigen meinen, dass in den nächsten fünf Jahren keine dieser klassischen TV-Formate verschwinden werden. Ebenso zeigen sich 70 Prozent der Älteren davon überzeugt, dass lineare Fernsehangebote auch die nächsten zehn Jahre überleben.

48% der Befragten schauen Bewegtbild am häufigsten alleine

Darüber hinaus kann festgehalten werden: Die Zeiten des gemeinschaftlichen Bewegtbild-Konsums in Gruppen mit mehr als zwei Personen sind vorbei, das TV-Lagerfeuer als klassisches Familienritual erlischt allmählich. So konsumieren nur noch elf Prozent der Befragten Bewegtbild am häufigsten mit der Familie. Vielmehr schaut fast jeder zweite Deutsche Bewegtbild am häufigsten alleine (48 Prozent). Das gilt insbesondere für die 18- bis 29-Jährigen (61 Prozent). Auch die ältere Generation (50 bis 65 Jahre) guckt am häufigsten alleine (47 Prozent). Der gemeinschaftliche TV-Konsum mit dem Partner folgt bei dieser Altersgruppe allerdings schon knapp dahinter (43 Prozent) und nimmt mit dem Alter zu. Social-TV dagegen hat noch keinen nachhaltigen Durchbruch vorzuweisen: Lediglich ein Prozent der 18- bis 29-Jährigen nutzt gemeinsam mit Freunden Online-Angebote, die parallel zur Sendung stattfinden.

kress.de-Tipp: Diese repräsentative Studie wurde im Vorfeld des newTV Kongress, Hamburgs größter Konferenz rund um Bewegtbild-Inhalte, von Statista im Auftrag von nextMedia.Hamburg zwischen dem 7. Januar und 12. Januar 2019 durchgeführt. Sie ist der erste Teil des Media Innovation Reports. Weitere Fakten, Trends und Diskussionen zum Thema Bewegtbild gibt es am 28. März 2019 beim newTV Kongress, der sein zehntes Jubiläum mit einer Neuausrichtung im Hamburger Oberhafen feiern wird. nextMedia.Hamburg ist die Hamburger Standortinitiative für Medieninnovation. Die Initiative wird gemeinsam getragen vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg und der Hamburg Kreativ Gesellschaft.

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