Wie PR-Profis Instagram optimal nutzen können

08.02.2019
 

Stephanie Tönjes ist Kommunikationsmanagerin und seit mehr als zehn Jahren in der Unternehmenskommunikation der Deutschen Telekom tätig. Sie hat für den "PR Report" die "PR-Werkstatt: Instagram - ein Leitfaden für PR-Profis" entwickelt. Was Tönjes empfiehlt.

Instagram gibt es erst seit acht Jahren, doch in dieser kurzen Zeit hat die Plattform das mobile, westliche Internet erobert. Das Wachstum ist rasant. Weltweit hat Instagram laut eigenen Angaben aus dem Juni 2018 inzwischen mehr als eine Milliarde aktive Nutzer. Auch die im September 2017 veröffentlichten Zahlen sind beeindruckend: 500 Millionen schauen täglich auf dem Online-Dienst vorbei. Hierzulande sind 15 Millionen Menschen jeden Monat dort aktiv. Nutzer, die jünger als 25 Jahre sind, verbringen am Tag durchschnittlich mehr als 32 Minuten auf dem Kanal. Damit ist Instagram hinter Facebook mit 31 Millionen aktiven Nutzern monatlich das zweitgrößte soziale Netzwerk in Deutschland (Quelle: business.instagram.com).

Die Zahlen zeigen: Ihre Zielgruppe ist womöglich schon längst bei Instagram. Und falls nicht, könnte sie es sehr bald sein. Spätestens dann sollten Sie diesen Kanal in Ihren Kommunikationsmix integrieren. Denn: Visuelle Inhalte schaffen Verbindungen zu Menschen. Alles, was wir sehen, wirkt auf unsere Emotionen. Kein Wunder, dass soziale Netzwerke immer stärker visuell geprägt sind. Bilder können Sprachbarrieren überwinden und Nutzer weltweit erreichen. Sie bleiben haften, selbst wenn wir sie nur flüchtig betrachten. Manche Motive brennen sich gar in unser Gedächtnis ein.

Instagram entwickelt sich zwar immer mehr zum Hochglanz-Netzwerk, es gibt aber weiter genug Raum für spontane Schnappschüsse und Momente, vor allem in den Instagram Stories. Diese kleinen Unperfektheiten wecken Sympathien und wirken authentisch. Das können Unternehmen für Kommunikation auf Augenhöhe nutzen, indem sie etwa die Zuschauer live mitnehmen und Eindrücke teilen, die bislang auf anderen sozialen Plattformen keine Heimat fanden.

Laut offiziellen Statistiken von Instagram folgen rund 80 Prozent der Nutzer einem oder mehreren Unternehmen. Ein Drittel der am meisten gesehenen Instagram Stories stammt von Marken. Vor allem für Marketing-Abteilungen ist Instagram kein Neuland. Aktuell gibt es wohl kaum einen besseren Kanal für Kooperationen mit Influencern und kaum einen geeigneteren Ort, um Produkte visuell in Szene zu setzen.

Doch während sich Marketing-Profile mit ihren Inhalten zwischen die Hochglanz-Fotos von Influencern und den Aufnahmen von Privatpersonen einreihen, wird Instagram von der PR und der Unternehmenskommunikation noch zögerlich eingesetzt. Das ist schade, denn keine andere Plattform ermöglicht es Unternehmen derzeit so einfach, eine emotionale Beziehung zu ihrer Zielgruppe aufzubauen und auf visuelle Weise die Reputation zu prägen.

Deshalb: Holen Sie sich Feedback aus Ihrer Community, binden Sie die Nutzer ein! Nehmen Sie Ihre Zielgruppe mit hinter die Kulissen und zeigen Sie Ihr Unternehmen von einer neuen, nahbaren Seite! Bieten Sie Inhalte, die weit über Ihr Kerngeschäft, Ihre Produkte und Dienstleistungen hinausgehen.

Erzählen Sie Geschichten! Geschichten aus dem Labor, aus der Werkstatt, von Messen, Konferenzen und Veranstaltungen. Geschichten über, von und mit Menschen: Entwickler und Designer, Kunden und Influencer, "normale" Mitarbeiter und Vorstände. So sind bereits zwei Vorstände von Siemens mit eigenen Profilen aktiv. Auch die Unternehmenskommunikation der Allianz will Mitarbeiter dort als Influencer einsetzen. Demnächst soll CEO Oliver Bäte einsteigen.

Instagram Stories verlangen nicht nach aufwendig produzierten Videos, sie leben vom Moment. Umso einfacher ist es für den Vorstandsvorsitzenden, sich mit einem kurzen Statement direkt an die Zuschauer zu wenden. Sie können die Plattform sogar für die Finanzkommunikation nutzen. Übrigens haben auch Spitzenpolitiker Instagram längst für ihre Kommunikation entdeckt. Diese Beispiele zeigen, dass Instagram neben Twitter, Facebook und Linkedin im Medienmix nicht mehr fehlen darf.

Im Kampf um Relevanz wird eines immer deutlicher: Es ist extrem schwierig, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Während andere soziale Netzwerke stark von Texten geprägt sind - mal in Form von 280 Zeichen kurzen Tweets, mal in Form seitenlanger Artikel -, die im Internet an vielen Nutzern einfach vorbeirauschen, hat Instagram als visuelles Netzwerk Vorteile: Die Inhalte sind häufig schneller und leichter zu konsumieren, sie sind oft kreativer und emotionaler.

Doch wie erreichen Unternehmen und Marken ihre Zielgruppen auf Instagram? Wie erschließen sie neue? Wie verhindern sie, in der Masse an Content unterzugehen? Und wie gelingt es Unternehmen, Relevanz zu erzeugen und sich stabile Communities aufzubauen? Diese PR-Werkstatt gibt Ihnen nützliche Tipps und Tricks an die Hand, um Instagram gekonnt in Ihre Kommunikation zu integrieren. Sie gibt einen Überblick über die aktuellen Instagram-Formate, erklärt deren effektivste Handhabung und dient als Leitfaden für die tägliche Nutzung.

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