Chef im Allgäu: Wie sich Markus Brehm das Management von morgen selbst heranzieht

11.02.2019
 

Markus Brehm, Geschäftsführer des Allgäuer Zeitungsverlags, probiert vieles aus. Im Interview mit "kress pro", gibt er auch Spartipps und verrät, wie er Talente ins Allgäu lockt. 

"kress pro": Wie investitionsfreudig sind Sie bei Projekten?

Markus Brehm: Wir mit der Mentalität und meist auch mit den Mitteln eines Start-ups an Neues heran. Generell gilt: Konsequentes Kostenmanagement ist die Basis für alles andere. Kosten können wir aktiv beeinflussen, beim Umsatz ist das schwieriger. Ich lebe das Sparen vor, zum Beispiel indem ich die leere Rückseite von beschriebenem Papier zum Ausdrucken verwende. Eine Kleinigkeit, aber wenn jeder Mitarbeiter am Tag 1  Euro spart, kommen am Jahresende rund 200.000 Euro zusammen – damit können wir vier bis fünf Arbeitsplätze finanzieren.

"kress pro": Ist das Allgäu als Medienstandort mit Blick auf die Rekrutierung von Mitarbeitern eher ein Vor- oder ein Nachteil?

Markus Brehm: Die Region ist durch ihren Freizeitwert sehr attraktiv. Hier in Kempten haben wir eine Hochschule mit über 6.000 Studierenden, die nicht alle direkt nach ihrem Abschluss im Allgäu einen Job finden oder erst mal weg wollen – und gar nicht so selten später wieder zurückkommen. Das gilt auch für junge Allgäuer, die anderswo studieren, aber beruflich gerne in ihrer Heimat durchstarten wollen. Um solche Kandidaten bemühen wir uns.

"kress pro": Unter den Managern im diesjährigen "kress pro"-Nachwuchsranking war auch Uli Benker, der Leiter von AZ Publishing. Ist er ein Beispiel dafür, wie Sie Talente aus der Region binden wollen?

Markus Brehm: Ein sehr gutes Beispiel sogar. Benker studierte Wirtschaftswissenschaften an der TU München, die Bindung zur Heimat blieb aber eng, allein schon weil er als Leistungsturner bei der TG Allgäu aktiv war. Er stieg bei uns als Assistent der Geschäftsführung ein, bekam schnell die Leitung der Geschäftsstelle des Zeitungsverlags in Füssen übertragen und macht nun den nächsten Karriereschritt. Das ist mustergültig.

"kress pro": Lohnt es sich, das Management von morgen selbst heranzuziehen?

Markus Brehm: Wir legen Wert darauf. Aktuell sind 15 von 18 Führungskräften der zweiten Ebene echte Eigengewächse. Die Verbundenheit zum Unternehmen ist dadurch enger, es entwickelt sich ein starker Korpsgeist und die nächsten Talente sehen: Ein Aufstieg im eigenen Haus ist nicht nur möglich, der wird auch gefördert. 

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Zur Person: Markus Brehm, 63, geboren und aufgewachsen in Nürnberg, studierte Betriebswirtschaftslehre in München. Seine berufliche Laufbahn begann er 1983 beim Schwabenverlag in Ostfildern, von 1984 bis 1988 arbeitete Brehm in der strategischen Unternehmensplanung des Süddeutschen Verlags, ehe er 1988 als Verlagsleiter zum "Fränkischen Tag" wechselte. Seit Juli 1993 führt er die Geschäfte der Mediengruppe Allgäuer Zeitung. Die Mediengruppe Allgäuer Zeitung (MAZ) beschäftigt 950 Mitarbeiter, davon ein Zehntel Auszubildende. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz rund 100 Millionen Euro. Das wichtigste Produkt, die "Allgäuer Zeitung", verkaufte im 3. Quartal 2018 eine Auflage von 92.645 Exemplaren (davon 89 Prozent Abos). Sie bezieht den Mantelteil von der "Augsburger Allgemeinen", die zur Presse-Druck und Verlags GmbH Augsburg gehört - dem Unternehmen, das ebenso wie die Familie Waldburg-Zeil in Leutkirch ("Schwäbische Zeitung") jeweils 50 Prozent der Anteile an der MAZ hält.

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