Einigung zu EU-Urheberrecht: Warum die Verleger darin eine große Chance sehen

14.02.2019
 

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger begrüßen die Einigung zum EU-Urheberrecht. Diese sei eine "große Chance für unabhängigen Journalismus in der digitalen Ära". Machen Sie auch bei unserer Umfrage mit!

"Die Übereinkunft sieht auch die Einführung eines europaweiten Publisher's Right vor, das den Verlagen erstmals die Chance bietet, mit den großen Tech-Plattformen über die Nutzung ihrer Inhalte zu einem fairen Preis zu verhandeln", so BDZV und VDZ. Dieses Recht werde digitale Innovationen fördern und die Vielfalt professioneller digitaler Medienangebote deutlich erhöhen. Es sei eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft des freien und unabhängigen Journalismus in der digitalen Ära.

"Die Urheberrechtsreform setzt mit dem europaweiten Publisher's Right einen wichtigen globalen Standard für journalistische Vielfalt und unabhängige Berichterstattung. Dies ist ein guter Tag für die Meinungs- und Pressevielfalt in Europa und der Welt", so die Verlegerverbände weiter.

Präsident des BDZV ist Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer. Den VDZ führt Rudolf Thiemann als Präsident an. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Liborius-Verlagsgruppe.

Hintergrund: Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments hatten sich am Mittwoch in Straßburg vorläufig auf eine Reform des EU-Urheberrechts geeinigt. Demnach müssen Nachrichten-Suchmaschinen wie Google News für das Anzeigen von Artikel-Ausschnitten in ihren Suchergebnissen künftig Geld an die Verlage zahlen. Die Einigung vom Mittwoch muss in den kommenden Wochen allerdings noch vom Parlament und den EU-Staaten bestätigt werden. "In den allermeisten Fällen ist das eine Formalie - weil die Debatte jedoch so aufgeladen ist, könnte die Reform hier allerdings noch scheitern", heißt es bei dpa. Stimmen beide Seiten zu, haben die EU-Länder zwei Jahre Zeit, die neuen Regeln in nationales Recht umzuwandeln.

Neben der Einführung des Leistungsschutzrechts nimmt die Einigung vom Mittwoch in Artikel 13 auch Plattformen wie YouTube stärker in die Pflicht. Sie müssen künftig alles ihnen Mögliche tun, um Urheberrechtsverletzungen zu verhindern. Geschützte Werke müssten demnach lizenziert werden, bevor sie auf den Plattformen landen - oder dürften nicht hochgeladen werden.

Wir fragen Sie: Einigung zu EU-Urheberrecht - was halten Sie davon? Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit. Hier können Sie abstimmen. Oder mailen Sie mir Ihre Antwort an marc.bartl(at)oberauer.com. Stichwort: Urheberrecht. Vielleicht möchten Sie zu dem spannenden Thema auch einen Gastbeitrag auf kress.de verfassen.

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