So werden Sie nicht geslomkat: 8 Tipps für harte Interviews

15.02.2019
 

Marietta Slomka gilt als gefürchtete Fragestellerin. Der "PR Report" gibt in seiner "PR-Werkstatt: Interview Navigator - Der Routenplaner für einen professionellen Auftritt in den Medien" acht Tipps für harte Interviews. Von Bernhard Messer.

Für Interviews mit vermeintlich hohem Grillfaktor haben die Satiriker der ZDF-"Heute Show" einen Begriff geprägt: Politiker werden "geslomkat". Marietta Slomka moderiert das "Heute Journal" im ZDF mit kühler Konsequenz. Sie hinterfragt, wenn Politiker Phrasen dreschen, und provoziert Klarheit, wo diese Nebelkerzen werfen. 

Die "PR-Werkstatt: Interview Navigator - Der Routenplaner für einen professionellen Auftritt in den Medien" gibt acht Tipps für harte Interviews - "so werden Sie nicht geslomkat":

1. Nicht irritieren lassen. Journalisten vom Typ "Slomka" werden Sie bereits in der Anmoderation in die Defensive bringen und von Beginn an eine Gegenargumentation aufbauen. Gehen Sie davon aus, dass die Fragen aus Zuschauersicht angemessen klingen, auch wenn Sie sich unfair angegriffen fühlen. Versuchen Sie, Ihre Sicht der Dinge darzulegen.

2. Nutzen Sie die Chance der ersten Antwort. Sie müssen Ihr Publikum sofort überzeugen. Bringen Sie zügig Ihre wichtigsten Botschaften. Sprechen Sie konkret, persönlich und bildhaft. Sonst geht der Punkt an den Journalisten.

3. Bleiben Sie cool. Kontrollieren Sie Ihr Sprechtempo, halten Sie Blickkontakt. So wirken Sie präsent und kompetent.

4. Hören Sie gut zu. Nach Ihrer ersten Antwort wird der Journalist deren (vermeintliche) Schwächen auseinandernehmen. Er leitet seinen Part womöglich mit komplexen Ausführungen ein. Wenn Sie wesentliche Aussagen erkennen, die falsch sind, müssen Sie darauf eingehen, sonst werten die Zuschauer Ihr Schweigen als Bestätigung.

5. Überlegen Sie, wen Sie erreichen wollen. Journalisten interviewen stellvertretend fürs Publikum. Die Zuschauer werden sich immer fragen: Ist es für mich wichtig, was da geredet wird? Nützt es mir? Daher müssen Ihre Antworten das "Ja" und das "Warum" liefern. Überlegen Sie, mit welchen Beispielen oder persönlichen Erfahrungen Sie Ihre Zielgruppen am besten ansprechen können.

6. Prüfen Sie sich selbst. Gute Journalisten bereiten sich exzellent vor, greifen Kritik von Dritten auf und konfrontieren Interviewpartner mit früheren Aussagen. So wechseln sie den Blick auf das Thema oder schaffen neue inhaltliche Zusammenhänge. Bereiten Sie sich noch besser vor. Suchen Sie dabei so viele Kritikpunkte wie möglich - auch solche, die Sie als Unsinn betrachten.

7. Harte Interviewer bauen keine Brücken. Sie müssen die Brücke in Ihr Themenfeld selber bauen. Da hilft es, dass Journalisten wie Slomka überwiegend geschlossene Fragen stellen: In gefühlten 80 Prozent der Fragen wäre ein "Nein" der passende Einstieg in die Antwort.

8. Sagen Sie nichts, was Sie nicht sagen wollen. Wiederholen Sie keine Provokationen und negativen Formulierungen ("Nein, wir sind nicht gescheitert, chaotisch, orientierungslos"). Die emotionale Überzeugungskraft Ihrer Botschaften liegt in positiven Formulierungen. 

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Zur Person: Bernhard Messer ist Inhaber von Dialog-Medientraining. Der ehemalige WDR-Redakteur trainiert seit 1991 Vorstände, Führungskräfte, Krisenmanager und Kommunikatoren internationaler Konzerne für den überzeugenden Auftritt vor Mikrofon und Kamera. Gemeinsam mit Norbert Minwegen leitet er den Arbeitskreis Krisenkommunikation und Issues Management der DPRG.

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