Wie Daniel Steil Reichweitenmeister wurde

15.02.2019
 

BurdaForward-Manager Daniel Steil hat Focus Online an die Spitze katapultiert. Im "kress pro"-Strategiegespräch sagt Steil, was die wichtigsten Maßnahmen waren, dass Focus Online schneller gewachsen ist als die Konkurrenz.

"kress pro": Als Sie 2011 bei Focus Online begannen, war die Ausgangslage schlecht. Wie sind Sie die Aufgabe angegangen?

Daniel Steil: "Ich habe die Redaktion von Focus Online übernommen, als das Portal defizitär war und keine echte Rolle in Deutschland spielte. Dann habe ich die Themen gemeinsam mit einem sehr guten Team Stück für Stück vorangebracht. Wir hatten einen klaren Plan, wie wir - in der Fußballersprache ausgedrückt - Deutscher Meister werden.

"kress pro": Klingt nach großem Selbstbewusstsein.

Daniel Steil: Für uns war irgendwann klar, dass wir die Nummer eins werden. Es war keine Überraschung. Die Frage war am Ende nur: Wann? Diese Einstellung hat der gesamten Mannschaft ein gesundes Selbstbewusstsein gegeben. Das hat auch dafür gesorgt, dass wir in Dinge neu investieren konnten. Es ging dabei nie um Eitelkeiten. Unser CEO Oliver Eckert hat von Anfang an dafür gesorgt, dass alle Abteilungen sehr integriert zusammen am Erfolg arbeiten. Bei uns ziehen zum Beispiel Redaktion, Marketing, Technik, Produktentwicklung und Vermarktung seit vielen Jahren an einem Strang. Wer welchen Titel hat, ist dabei völlig egal.

"kress pro": Was waren die wichtigsten Maßnahmen, durch die Sie schneller gewachsen sind als die Konkurrenten?

Daniel Steil: Inhaltlich habe ich zunächst die Struktur der täglichen Konferenzen erneuert und einen klaren Themenfokus gesetzt. Wir haben angefangen, uns von "heiligen Kühen" wie Kino- und Buchberichterstattung zu trennen. Hier waren andere Portale prädestinierter als wir. Wir haben uns dann auf zwei Säulen fokussiert - News und Nutzwert. Zudem haben wir durch die Einführung von Echtzeit-Zahlentools für komplette Transparenz gesorgt und die Mitarbeiter sehr stark in das Produkt Focus Online involviert. Und wir haben Mitarbeiter aus allen Abteilungen in unserem sogenannten Action-Room zusammenarbeiten lassen. Der Unterschied zu einem News-Room besteht darin, dass da oft nur Journalisten sitzen.

"kress pro": Und auf der Distributionsseite?

Daniel Steil: Da hat ein Team sich schon sehr früh mit dem Thema Social Media beschäftigt. Wir waren zum Beispiel das erste News-Portal, das in Deutschland eine Multi-Channel-Strategie eingeführt hat. Produktseitig haben wir sehr stark an der Benutzerfreundlichkeit der App gearbeitet. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Teams hat am Ende den Erfolg gebracht. Und wie geht es jetzt weiter? Wir glauben, dass wir in Zeiten der Übermacht von Google, Facebook und Amazon zusammen mit anderen Verlagen erfolgreicher sind. Und ganz ehrlich: Gemeinsam spielen macht auch viel mehr Freude. Wenn man sich in der Champions League behaupten will, muss man sein Spielsystem verändern. Unser Team hat einen großen Innovationshunger.

"kress pro": Wie meinen Sie das konkret?

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Zur Person: Als Daniel Steil Focus Online im Juli 2011 als Chefredakteur übernahm, war die Seite defizitär. Seiher hat das Angebot einen rasanten Aufstieg genommen. 2014 übernahm der gebürtige Trierer Steil als Geschäftsführer der damals neuen Huffington Post erste Management-Aufgaben, Ende 2016 wurde er Geschäftsführer des Gesamthauses BurdaForward (u. a. Focus Online, Finanzen100, The Weather Channel), aktuell ist er Chief Content Officer. Neuer Focus-Online-Chefredakteur ist Florian Festl, ein Weggefährte, den er selbst lange prägte. Zuvor arbeitete der ausgebildete Verwaltungsökonom Steil, der später noch ein Jura-Studium absolvierte und einen MBA in Media Management machte, bei Springer und für Ringier in Zürich.

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