Wie Outbrain-Boss Alexander Erlmeier den Zukauf Ligatus schluckt

 

Auf ein komplexes neues Machtgefüge muss sich Alexander Erlmeier, Managing Director International bei Outbrain, nach dem Aufkauf von Ligatus einstellen. Der Ex-Eigner G+J ist nun Gesellschafter bei Outbrain.

Unterm Strich steht Outbrain-Boss Alexander Erlmeier natürlich auf der Gewinnerseite, nachdem der langjährige Mitbewerber Ligatus den Wettkampf einstellt. Ligatus, der nach eigenen Angaben führende europäische Anbieter von sogenannten Premium-Native-Advertising-Lösungen, also in der Regel vermarktete Weiterempfehlungen am Ende von Digitalartikeln, bringt zu Outbrain ein Kundennetzwerk mit über 1400 Premium-Publishern ein, wie es nach dem Deal heißt. Über 37 Mrd Ad Impression soll Ligatus bislang monatlich generiert haben.

Nun stehen im gestärkten Unternehmen Outbrain, das G+J bei Ligatus ausgekauft hat, die Zeichen auf Wachstum. "Wir bringen das wirkungsstarke Native-Adverstising-Angebot von Ligatus mit der kraftvollen Targeting-Technologie und hohen Reichweiten von Outbrain zusammen", sagt Co-CEO David Kostman von Outbrain.

Das Durchregieren für Erlmeier dürfte in Zukunft allerdings nicht unbedingt unproblematischer werden. G+J hat sich nämlich nicht komplett aus dem spezialisierten Digitalmarkt zurückgezogen. Im Gegenteil: Das Hamburger Unternehmen unter Führung von CEO Julia Jäkel wird nun Outbrain-Gesellschafter. In welcher Höhe die Anteile liegen und wie viel Geld floss, wurde nicht bekannt. Von einer Minderheitsbeteiligung durch G+J an Outbrain ist die Rede. Außerdem kann Jäkel einen Vertrauten ins neue Kontrollgremium entsenden.

"Wir freuen uns sehr, Gesellschafter von Outbrain zu werden, der weltweit führenden Native Discovery-Plattform und mit Arne Wolter, unserem Chief Digital Officer, ins Board of Directors von Outbrain einzuziehen", sagt Julia Jäkel. Sie hält die Zusammenarbeit für eine "gute Nachricht für Werbetreibende wie Publisher, die Wert legen auf hochwertige Werbelösungen".

Hintergrund: Outbrain versteht sich als die weltweit größte Plattform für das sogenannte Content-Discovery-Geschäft. Monatlich liefert es weltweit über 300 Mrd Content-Empfehlungen aus. In Deutschland zählen wichtige Premium-Publisher zu den Kunden - darunter Spiegel Online, Focus Online oder die Funke Mediengruppe. Werbekunden erreichen in Deutschland rund 48,1 Mio Nutzer. Das Unternehmen mit Hauptsitz in New York unterhält weltweit 15 Niederlassungen, darunter Büros in München und Köln.

Erst Anfang des Jahres wurde Alexander Erlmeier zum Managing Director International von Outbrain befördert (kress.de berichtete). Vor seinem Einstieg bei dem US-Unternehmen war Erlmeier unter anderem für AOL und Mail.ru tätig. Außerdem stand er auf der Gehaltsliste von ICQ - damals als Country Manager DACH. Er hat selbst bereits mehrere Startups mitgegründet. Co-CEOs von Outbrain sind Yaron Galai und David Kostman.

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