Heribert Prantl verabschiedet sich aus der "SZ"-Chefredaktion

 

Die "Süddeutsche Zeitung" muss künftig ohne einen ihrer profiliertesten Köpfe auskommen: Heribert Prantl zieht sich aus der Chefredaktion und vom Ressortleiter-Posten Meinung zurück. Ganz geht er allerdings nicht.

Der umfassend gebildete Jurist, der seit 2011 Mitglied der Chefredaktion der "SZ" war, wurde Mitte vergangenen Jahres 65 Jahre alt. Nun will er offenbar kürzer treten. Allerdings bleibt er seiner Zeitung als Autor und Kolumnist erhalten. So soll er künftig auf der Seite fünf der Wochenendausgabe regelmäßig eine politische Kolumne bestücken. Außerdem erscheint sonntags weiterhin sein Newsletter "Prantls Blick". Und auf Sueddeutsche.de soll auch in Zukunft die Video-Kolumne namens "Prantls Politik" erscheinen.

Heribert Prantl, promovierter Jurist, hatte in den 70er Jahren Rechtswissenschaft, Geschichte und Philosophie in München, Tübingen und Regensburg studiert. Studienbegleitend absolvierte er eine Journalistenausbildung als Stipendiat des Instituts zur Förderung des publizistischen Nachwuchses der katholischen Kirche. Volontariate absolvierte er bei den Zeitungen "Stuttgarter Nachrichten" und "Der neue Tag", aber auch beim BR und beim Italienischen Rundfunk.

Trotzdem schlug Prantl zunächst eine juristische Karriere ein, erst als Rechtsanwalt, dann als Richter und Staatsanwalt. Außerdem wurde er Pressesprecher des Landgerichts Regensburgs. 1988 wechselte er dann allerdings zur "Süddeutschen Zeitung" und wurde dort zunächst innenpolitischer Redakteur, ab 1995 Ressortleiter Innenpolitik.

Hintergrund: Chefredakteure der "Süddeutschen Zeitung" sind Kurt Kister und Wolfgang Krach. Vorsitzender des Herausgeber-Rats ist Johannes Friedmann.

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Ihre Kommentare
Kopf

Sylvia Beretta

28.02.2019
!

Ich bin zur Tode betrübt. Ein so großartiger, vielseitiger, wissend gebildeter, ein Mensch mit großem und tiefen Gedanken die sich auf dem Papier bildend ausdrückt, (mich haben seine Artikel gebildet, ich bin nämlich ein Durchschnittsmensch) so einen Journalisten dürfte man nicht gehen lassen. Schade. Ich werde Herrn Dr. Prantl vermissen. Sylvia Beretta


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