Warum Uwe Hasebrink die UEFA-Strategie für Pay-TV kritisiert

 

Der Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung geht hart mit der neuen Champions-League-Praxis im deutschen Fernsehen ins Gericht: "Ich persönlich halte die Bezahl-Strategie für riskant", sagt Uwe Hasenbrink.

Der renommierte Medienwissenschaftler betont, dass die herausgehobene Aufmerksamkeit, die Fußball in Deutschland genießt, auch das Ergebnis jahrzehntelanger Pflege der Öffentlchkeit sei - "unter tatkräftiger Mithilfe der öffentlichen Medien", so Hasebrink. Diese Stellung sei nun in Gefahr.

"Letzlich müssten Verbände und Vereine entscheiden, "ob sie für kurzfristig höhere Gewinnversprechen ihr Produkt rar machen, um es dann teurer verkaufen zu können, ober ob sie es eher darauf anlegen, das Produkt so breit wie möglich verfügbar zu machen", so der Hamburger Medienexperte in einem Gespräch mit der "dpa".

Uwe Hasebrink beteiligt sich damit an der aktuellen Diskussion um die neue Ausstrahlungspraxis der Champions-League-Spiele exklusiv bei Sky und dem Streaming-Dienst DAZN. Nach Vergabe der neuen Rechte hatte sich die UEFA für ein Neuordnung des bisherigen mehrgleisigen Modells entschieden. Seit der laufenden Spielzeit sind die Begegnungen der Königsklasse nicht mehr im Free-TV zu sehen - wie zuletzt noch beim ZDF.

Uwe Hasebrink betont allerdings im "dpa"-Interview, dass der Sport über Übertragungen im frei empfangbaren Fernsehen "allgemeine öffentliche Aufmerksamkeit" erreiche.

Hintergrund: Zuletzt hatte es sogar von Seiten der Vereine Kritik am neuen Champions-League-Modell gegeben. Der Vorstandsvorsitzende von FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, hatte sich mit der populistischen Forderung einer Rückkehr der Champions League ins Free-TV in der "Sport Bild" zu Wort gemeldet.

Dagegen hatte sich beim Haupt-Rechteinhaber Sky der neue Sport-Oberverantwortliche Jacques Raynaud verwehrt und Rummenigge indirekt finanzielle Doppelmoral vorgeworfen. "Die Ausschreibung der UEFA war – auf starken Druck der Spitzenklubs – eindeutig", sagte der Executive Vice President Sports & Advertising von Sky. "Das meiste Geld gewinnt – ohne Wenn und Aber. Sky das Ergebnis jetzt vorzuwerfen und die Voraussetzungen dafür selbst geschaffen zu haben, ist abwegig."

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