Vor dem Start seiner Büchersendung: Was Thomas Gottschalk von Fernsehquoten hält

18.03.2019
 

An diesem Dienstag startet im BR Fernsehen um 22 Uhr die Literatursendung "Gottschalk liest?". Moderator Thomas Gottschalk sagt im Interview, was ihm Einschaltquoten bedeuten.

Der ehemalige "Wetten, dass..?"-Moderator Thomas Gottschalk (68) legt keinen Wert auf hohe Einschaltquoten im Fernsehen: "Ich freue mich jetzt über die paar Hunderttausend, die mir zuschauen wollen», sagte Gottschalk in einem Interview der "Augsburger Allgemeinen" (Montagsausgabe). "Aus meiner Sicht sollten die Öffentlich-Rechtlichen aber viel häufiger einfach sagen: Die Quote geht uns am Arsch vorbei", fügte Gottschalk hinzu.

"Dass mir der Bayerische Rundfunk eine Büchersendung zutraut, darauf muss man erst mal kommen", sagte Gottschalk, der am Dienstagabend (19. März, 22 Uhr) im Bayerischen Fernsehen auf Sendung geht. Er selbst habe dem Sender die Idee nahegebracht. Er lese jeden Abend vor dem Einschlafen - gerne Thriller, aber auch anderes.

Der Entertainer macht sich wenig Hoffnungen, dass mit seiner Sendung massenhaft Zuschauer zu Bücherlesern werden: "Ich habe die Samstagabend-Unterhaltung nicht gerettet, von der ich sehr viel verstanden habe. Also werde ich auch das Lesen nicht retten, von dem ich relativ wenig verstehe." Für ihn stehe der Spaß im Vordergrund, er tue etwas für den Bildungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen und freue sich darauf, den eigenen Horizont zu erweitern.

Auf die Frage, was er dabei verdiene, weicht er aus. "Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht genau, was ich für die Sendung bekomme. Ein bisschen was bekomme ich schon. Aber meine Schuhe waren, glaube ich, teurer als das, was ich einspiele", sagte er der "Augsburger Allgemeinen".

Hintergrund: Thomas Gottschalk hatte jahrelang die ZDF-Samstagabendshow "Wetten, dass..?" präsentiert. Die Sendung - zuletzt von Markus Lanz moderiert - wurde 2014 eingestellt. Im ersten Programm der ARD floppte 2012 Gottschalks Vorabendsendung "Gottschalk Live". In "Gottschalk liest?" spricht Thomas Gottschalk vier Mal im Jahr mit Autoren über deren Bücher. Bei der ersten Folge sind Ferdinand von Schirach, Sarah Kuttner und Vea Kaiser dabei.

BR-Fernsehdirektor Reinhard Scolik sagt zu der neuen Sendung: "Der Bayerische Rundfunk ist auf vielfältige Weise Produzent von Kultur, er ist mit zahlreichen Partnerschaften ihr Förderer und er ist vor allem Vermittler. Mit Thomas Gottschalk, dem 'Literaturneugierigen', wie er sich nennt, wollen wir diese Vermittlungsaufgabe noch verstärken und eine breite Bevölkerung für die Freude am Lesen gewinnen - vor Ort, in den bayerischen Regionen. Wir wollen, dass aus 'Gottschalkliest?' ein 'Bayern liest!' wird!"

Anke Mai, Leiterin des BR-Programmbereichs Kultur, erklärt: "Ich freue mich sehr, dass wir mit dieser Büchersendung das Kultur-Angebot im BR Fernsehen ausweiten können. Thomas Gottschalk spricht mit interessanten Autorinnen und Autoren über Bücher und die Welt. Das soll Spaß machen, Lust am Lesen, und gleichzeitig eine Einladung zum Nachdenken über die Themen der Zeit sein, klug und unterhaltsam."

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