Warum wollen die DuMont-Gesellschafter jetzt verkaufen?

 

Die DuMont Mediengruppe bietet ihre Zeitungstitel auf dem Markt an. Das aktuelle "kress pro" stellt in seiner Titelgeschichte auch die Frage: Warum wollen die DuMont-Gesellschafter jetzt verkaufen?

Nach außen treten die 15 Anteilseigner kaum in Erscheinung, die sich in zwei Familienstämme teilen und jeweils die Hälfte der Anzeile halten. Für die eine Seite spricht Isabella Neven DuMont (29,6 Prozent der Anteile), die nach dem Abgang ihres Bruders Konstantin, dem enfant terrible, der Familie im Aufsichtsrat inthronisiert wurde. Die Tochter von Alfred Neven Dumont müht sich, verfügt aber über wenig Erfahrung im Geschäft, sagen Führungskräfte, die sie kennen. Vielleicht war es der größte Fehler von Alfred Neven DuMont, dass er seine Tochter nicht auf eine spätere Aufgabe im Unternehmen vorbereitet, sondern immer auf eine männliche Nachfolge gesetzt hat. Schwer vorstellbar allerdings ist, dass die Verkaufsabsichten gegen den Willen von Verlegerwitwe Hedwig NevenDuMont (9 Prozent) erwogen werden.

Auf der anderen Seite vertritt Christian DuMont Schütte (19,5 Prozent) die Interessen des zweiten Familienstammes. Er hat zwar viel Managementerfahrung, ist aber in der Vergangenheit kaum durch besondere strategische Fähigkeiten oder weitreichende unternehmerische Entscheidungen aufgefallen und früh aus der operativen Leitung im Verlag in den Aufsichtsrat gewechselt. Dass die Schüttes austiegswillig sind, ist daher weniger überraschend. Alle andere Anteilseigner spielen öffentlich keine Rolle.

Noch 2014, nach dem Amtsantritt von CEO Christoph Bauer, war ein Verkauf keine Option. Bauer war ausdrücklich als Sanierer geholt worden. Er sollte dem Unternehmen eine moderne Struktur verpassen und den Wirrwarr von über 300 Teilgesellschaften ordnen. Dazu zentralisierte er viele Bereiche und sparte drastisch.

2016 sicherte sich DuMont dann über einen Deal mit der Bayerische Landesbank, der Commerzbank und Unicredit Cash, um wieder investieren zu können. "Die Gesellschafter wissen, dass die Ausschüttungen gering bleiben werden. Aber sie haben sich verpflichtet, den Weg mitzugehen, was auch in den Gesellschaftervertrag eingeflossen ist", betonte Bauer damals.

Doch nach dem Tod Alfred Neven DuMonts im Mai 2015 gab es auch in Sachen Verkauf keine Denkverbote mehr, schon 2017 bei Gesprächen mit Funke über eine Marktbereinigung in Berlin soll ein möglicher Ausstieg aus den Zeitungen Thema gewesen sein. Während DuMont wohl gerne die Einheiten in Berlin und Hamburg verkauft hätte, hatte Funke aber offensichtlich einen größeren Deal im Auge. So jedenfalls erzählt man es in Köln. Allerdings lagen damals wohl auch die Preisvorstellungen recht weit auseinander.

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"kress pro" - das Magazin für Führungskräfte in Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. Chefredakteur ist Markus Wiegand.

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