Wer wird SWR-Chef?

25.03.2019
 

Peter Boudgoust, Chef der zweitgrößten ARD-Anstalt, hat im Dezember seinen Abschied angekündigt. Er will früher Platz machen für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Nun steht fest: Im Rennen um den SWR-Intendanten-Sessel gibt es einen Zweikampf. 

Rundfunkrat und Verwaltungsrat des Südwestrundfunks (SWR) haben sich auf einer gemeinsamen Sitzung mit großer Mehrheit über das Verfahren für die Wahl der SWR-Intendantin/des SWR-Intendanten verständigt.

Zur Wahl am 23. Mai 2019 in Stuttgart stehen Kai Gniffke, Chefredakteur ARD-aktuell und Stefanie Schneider, SWR Landessenderdirektorin Baden-Württemberg. Die Wahl der Intendantin/des Intendanten wird in einer öffentlichen gemeinsamen Sitzung von Rundfunkrat und Verwaltungsrat erfolgen. Die zur Wahl zugelassenen Kandidaten erhalten Gelegenheit, sich in dieser Sitzung dem Wahlgremium zu präsentieren.

"Es freut mich, dass es uns gelungen ist, die Vorgehensweise und Motive der eingesetzten Arbeitsgruppe so zu vermitteln, dass am Ende nun ein so klares Ergebnis steht", so Hans-Albert Stechl, Vorsitzender des SWR-Verwaltungsrates.

Gottfried Müller, Vorsitzender des SWR-Rundfunkrates, betont: "Das Wahlgremium von Rundfunk- und Verwaltungsrat hat nicht nur eine sehr klare Entscheidung getroffen, es hat ausdrücklich auch die vorbereitende Arbeit der AG Intendantenwahl gewürdigt und keinen Zweifel daran gelassen, dass es bei dieser Arbeit einzig und allein darum ging, den SWR in Zeiten des digitalen Wandels mit neuer Führung bestmöglich aufzustellen."

Hintergrund: Dass nur Stefanie Schneider und Kai Gniffke in die Auswahl kommen und sich den SWR-Gremien vorstellen können, hatte eine Arbeitsgruppe vorgeschlagen. Kritiker monierten, auch andere der 15 Bewerber um die Intendantenstelle seien geeignet und sollten eine Chance bekommen, darunter der NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz und der Leiter der SWR-Abteilung Multimediale Aktualität, Clemens Bratzler.

Hans-Albert Stechl, der die Arbeitsgruppe leitet, erläuterte in der gemeinsamen Sitzung des Rundfunkrats und Verwaltungsrats des Südwestrundfunks (SWR), wie die zwölfköpfige Gruppe die Bewerbungen ausgewertet hatte. Wichtig sei unter anderem gewesen, einen Bewerber aus dem Haus und einen von außen vorzuschlagen, sagte er laut einem Bericht von dpa. Vor allem wegen des komplizierten Wahlverfahrens sei die Beschränkung auf zwei Kandidaten sinnvoll.

Der Staatsvertrag legt fest, dass am ersten Wahltag nur zwei Wahlgänge zulässig sind. Kommt dann keine Einigung zustande, ist eine sechswöchige Pause vorgeschrieben. Außerdem braucht ein Kandidat die Hälfte der Stimmen jeweils aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Der SWR, die zweitgrößte ARD-Anstalt, ist der öffentlich-rechtliche Sender beider Länder.

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