Nach Ja des Europaparlaments zur Urheberrechtsreform: Was die Verleger von der Bundesregierung fordern

26.03.2019
 

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger begrüßen, dass das Europäische Parlament die EU-Urheberrechtsrichtlinie endgültig verabschiedet hat. Was die Verleger jetzt von der Bundesregierung fordern.

"Die Zustimmung zur Reform ist ein 'ja' zur digitalen Zukunft von Kultur und Medien und zu einer lebendigen und vielfältigen Kreativlandschaft in Europa. Nun muss der Rat der EU zustimmen und die Bundesregierung muss die Richtlinie schnell und sachgerecht umsetzen", so die beiden Verlegerverbände BDZV und VDZ in Berlin. Der Rat hatte das heute vom EU-Parlament verabschiedete Verhandlungsergebnis bereits informell gebilligt.

Die Übereinkunft sehe auch die Einführung eines europaweiten Publisher's Right vor, das den Verlagen erstmals die Chance biete, mit den großen Tech-Plattformen über die Nutzung ihrer Inhalte zu einem fairen Preis zu verhandeln. Dieses Recht werde digitale Innovationen fördern und die Vielfalt professioneller digitaler Medienangebote deutlich erhöhen, betonen die Verbände. Das reformierte Urheberrecht sei eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft des freien und unabhängigen Journalismus in der digitalen Ära.

Präsident des BDZV ist Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer. Den VDZ führt Rudolf Thiemann als Präsident an. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Liborius-Verlagsgruppe.

Hintergrund: Das Europaparlament hat der umstrittenen Reform des Urheberrechts am Dienstag ohne Änderungen zugestimmt. Sie soll das veraltete Urheberrecht in der EU ans digitale Zeitalter anpassen und Urhebern für ihre Inhalte im Netz eine bessere Vergütung sichern. Die Reform sieht auch die Einführung eines europaweiten Leistungsschutzrechts für Presseverlage vor. Nach Artikel 11 müssen Nachrichten-Suchmaschinen wie Google News für das Anzeigen von Artikel-Ausschnitten künftig Geld an die Verlage zahlen.

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