So wurden die Wirtschaftsjournalisten, Unternehmens- und Verbandssprecher des Jahres in der Deutschen Börse geehrt

 

Das Branchenmagazin "Wirtschaftsjournalist" hat mit einem Galaabend die Wirtschaftsjournalisten sowie Unternehmens- und Verbandssprecher des Jahres 2018 geehrt. An der Veranstaltung, die erstmals in der Frankfurter Deutschen Börse ausgetragen wurde, nahmen rund 150 Journalisten, Kommunikationsexperten und Branchenvertreten teil. Zu den Sieger-Fotos des Abends.

 Als "Wirtschaftsjournalisten des Jahres" zeichnete Chefredakteur Wolfgang Messner das "Spiegel"-Team "Football Leaks" aus. Rafael Buschmann und Michael Wulzinger nahmen die Auszeichnung stellvertretend für die in Fußball-Mannschaftsstärke anwesende Recherchegruppe entgegen. Buschmann und Wulzinger kündigten an, dass auch nach der Enttarnung ihres Whistleblowers Rui "John" Pinto die Aufdeckung von weiteren Hintergründen im Milliardenspiel um den Fußball weitergehen werde. "Wir haben fast 70 Millionen Dokumente und wir sind weiter daran, diese auszuwerten", sagte Buschmann.

Die Investigativ-Autoren setzten sich bei der zehnten Auflage der Wahl mit ihren Recherchen zu den "Football Leaks" gegen Georg Meck ("FAS") und Anette Dowideit ("WeltN24") durch. Mit den beiden "Spiegel"-Autoren wurde das gesamte "Football Leaks"-Team des Nachrichtenmagazins ausgezeichnet.

Rainer Hank ("FAZ") gewann die Kategorie  "Wirtschaftspolitik und Gesellschaft". Heinz-Roger Dohms ("Finanz-Szene") siegte bei den "Unternehmen", Hermann-Josef Tenhagen ("Finanztip") lag bei den "Finanzen und Verbraucher" vorn. "Redaktion des Jahres" wurde das "Manager Magazin.

Den Preis für sein Lebenswerk bekam Armin Mahler, langjähriger Ressortleiter Wirtschaft des "Spiegel" von Verleger Johann Oberauer überreicht. Die Laudatio hielt Thomas Tuma, der stellvertretende Chefredakteur des "Handelsblatts", der 17 Jahre lang mit Armin Mahler in der Wirtschaftsredaktion des "Spiegel" gearbeitet und zehn Jahre lang mit ihm das Ressort geleitet hatte. Tuma sagte über seinen langjährigen Kollegen, Armin Mahler pflege eine "Art von Berufsethos, die in letzter Zeit nicht mehr so trendy ist: bescheiden, kundenorientiert, akribisch, zurückhaltend, unbestechlich, effekt- und skandalfrei, ausgerüstet mit dem Kompass eines ganz klaren Werte-Kanons." Mahler, der nach der Relotius-Affäre interimsweise als  Blattmacher des Magazin eingesprungen ist, sei ein "leiser Blattmacher" und "vorsichtig auftretender Journalist". Solche täten "uns allen und auch der Gesellschaft, für die sie arbeiten", gut, weil sie sich selbst nie so wichtig nähmen wie ihre Aufgabe. "Weil sie die Welt vielleicht nicht besser machen können, aber informierter, also am Ende eben doch ein bisschen besser. Weil sie über ihre Themen reden und Fakten, nicht dauernd über sich."

Zum besten Unternehmenssprecher wurde Christoph Zemelka, der ehemalige Sprecher von Bosch, gewählt. Er siegte vor Christoph Horn (ZF Friedrichshafen) und Ulrich Ott (ING-DiBa). Letzter war zum zehnten Mal hintereinander der beste Bankensprecher geworden. Eine "außerordentliche Leistung", so Chefredakteur Messner.  Bei den Verbänden nahm wie schon in den Jahren davor Holger Paul (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) den ersten Preis mit nach Hause; dieses Mal vor Melanie Schmergal (Bundesverband Deutscher Volks- und Raiffeisenbanken) und André Schwarz (Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels).

Hintergrund: Das "Medium Magazin" (zum aktuellen Heft) und der "Wirtschaftsjournalist" (aktuelles Heft) hatten die Wahl der "Wirtschaftsjournalisten des Jahres" wiederum gemeinsam veranstaltet (kress.de berichtete). Im ersten Schritt waren Leser, Branchenexperten und Jurymitglieder dazu eingeladen worden, Kandidaten unter den 92 Journalistinnen und Journalisten sowie sieben Redaktionen zu nominieren. Anschließend hatte eine 14-köpfige Fachjury des Wirtschaftsjournalist über die Vorschläge in der Haupt- und den fünf Unterkategorien abgestimmt.

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