Zuckerberg verspricht Döpfner: Hochwertige und vertrauenswürdige News sollen auf Facebook sichtbarer werden

02.04.2019
 

Richtet Facebook einen seperaten Bereich für Medieninhalte ein? Auf jeden Fall will das Online-Netzwerk stärker "hochwertige und vertrauenswürdige News" hervorheben. Dies verriert Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem Gespräch mit dem Springer-Vorstandsvorsitzenden und BDZV-Präsident Mathias Döpfner.

Mark Zuckerberg schloss auch Lizenzzahlungen an teilnehmende Medienunternehmen nicht aus. Zugleich betonte er, der Plan stehe noch ganz am Anfang und Facebook wolle ihn gemeinsam mit der Branche entwickeln.

Das Gespräch zwischen dem Facebook-Chef Mark Zuckerberg und dem Springer-Vorstandsvorsitzenden und BDZV-Präsident Mathias Döpfner fand am Rande der diesjährigen Axel-Springer-Management Tagung in der Nähe von Berlin am Sonntagabend, 31. März 2019, statt. Zuckerberg hat es als einstündigen Video-Podcast veröffentlicht

Zuckerberg erklärte auch, dass ein seperater Bereich für Medieninhalte dem Angebot Facebook Watch für Videos ähnlich sehen könnte. Dabei werden den Nutzern sowohl Inhalte von Seiten, die sie abonnieren, angezeigt - als auch andere populäre Videos. "Alles, was wir machen, wird personalisiert sein", betonte Zuckerberg zugleich. Eigene Journalisten werde Facebook keine beschäftigen.

Facebooks Umgang mit Medieninhalten änderte sich zuletzt immer wieder. Zunächst wurde das Online-Netzwerk zu einer immer wichtigeren Plattform für Medienunternehmen, um Nutzer zu erreichen. Doch dann tauchten im Zuge des US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 massenhafte gefälschter Nachrichten auf Facebook auf - und das Unternehmen musste einräumen, schlecht darauf vorbereitet gewesen zu sein.

Vor gut einem Jahr kündigte Zuckerberg an, Beiträge von Familie und Freunden sollen in den Newsfeeds der Nutzer mehr Gewicht als Medieninhalte erhalten. Die Idee eines abgetrennten Bereichs für Medieninhalte - diesen Weg geht unter anderem der Konkurrent Snapchat - lehnte Facebook damals noch ab.

Mathias Döpfner unterstrich in dem Gespräch mit Mark Zuckerberg, dass für Medienunternehmen ein funktionierendes Geschäftsmodell und der direkte Zugang zu Nutzern besonders wichtig seien. Attraktive Konditionen für Verlage würden auch dazu beitragen, dass hochwertige Inhalte auf die Plattform kommen. In Anlehnung an die EU-Urheberrechtsreform sprach er an, dass Facebook als Plattform eine Lizenz für Medieninhalte erwerben müsste. Der Facebook-Chef antwortete, man werde darüber nachdenken.

Hintergrund: Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer und Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), hatte sich bereits vergangene Woche zum neuen EU-Urheberrecht geäußert. Warum die Reform für Döpfner die rechtlichen Rahmenbedingungen für journalistische Geschäftsmodelle im Netz schafft.

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