Diese Verlagsgruppen machen bei Facebooks Förderprogramm für lokale Medien mit

03.04.2019
 

"Wir sind davon überzeugt, dass lokale Nachrichten für den gesellschaftlichen Zusammenhalt eine entscheidende Rolle spielen", heißt es bei Facebook. Das Unternehmen legt ein Förderprogramm für lokale Medien in Deutschland auf. Diese Verlagsgruppen machen mit.

Facebook startet ein Accelerator-Programm in Deutschland. Das mit 2 Millionen Euro geförderte Programm soll lokale Verlage unterstützen, digitale Bezahlmodelle weiterzuentwickeln. Diese, sowie weitere in Deutschland laufende Programme, sind Teil eines auf drei Jahre angelegten und 300 Millionen Dollar umfassenden Plans zur Förderung von Nachrichtenorganisation auf der ganzen Welt.

"Im Accelerator-Programm bringen wir Branchenexperten zusammen, um gegenseitig voneinander zu lernen. Darüber hinaus bieten wir Werkzeuge, Ressourcen sowie Schulungen, die speziell auf drei Kernbereiche abzielen: die Weiterentwicklung von digitalen Lesergruppen, das Branding für Medienmarken und die Vermarktung von digitalen Abonnements", heißt es bei Facebook.

Im Gespräch mit Mathias Döpfner, dem Vorstandsvorsitzenden von Axel Springer und Präsident des BDZV, diskutierte Mark Zuckerberg über die Zukunft des Journalismus und kündigte in diesem Zusammenhang auch den "Local News Subscriptions Accelerator" an.

"Wenn wir mit Verlagen über die Zukunft des Journalismus sprechen, betonen lokale Verlage häufig, dass digitale Abonnenten für ihren langfristigen Unternehmenserfolg entscheidend sind. Facebook ist nur ein Baustein innerhalb ihrer Strategie, Leser zu binden und letztlich kostenpflichtige Abonnements abzuschließen. Dieses Accelerator-Programm, das im vergangenen Jahr erstmals in den USA stattfand, wurde in diesem Sinne entwickelt und soll die Geschäftsentwicklung auch abseits unserer Plattformen unterstützen", so Facebook weiter.

Im Rahmen des Accelerators wird das Unternehmen mit 13 deutschen Verlagsgruppen zusammenarbeiten. Diese sind Funke Mediengruppe, MHS Digital, Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung, Rheinische Post Digital, Nordbayern Infonet, Oberpfalz Medien, Verlag und Druckerei Main-Echo, DuMont, Ippen Digital, Mediengruppe Main-Post, Mediengruppe Oberfranken und Lensing Media.

Jesper Doub, Director of News Partnerships, EMEA, bei Facebook, freut die positive Resonanz "vieler lokaler Verlage in Deutschland, die sich gerne einbringen wollen". Der Accelerator sei aber nur ein Teil von Facebooks Engagement: "Zukünftig werden wir noch mehr in die Stärkung lokaler Nachrichtenorganisationen hier in Europa investieren. Dass wir damit bereits begonnen haben, zeigen auch Initiativen wie das Community News Project aus Großbritannien, mit dem wir in 2018 gestartet sind."

Tim Griggs, ein ehemaliger Manager der "New York Times", der heute als Berater in der digitale Medienbranche tätig ist, hat das ursprüngliche Curriculum des Accelerator-Programms entwickelt: Im Rahmen des zwölfwöchigen Programms sollen einmal im Monat mehrtägige Workshops mit den in Deutschland teilnehmenden Verlagen stattfinden. Dabei sollen sie von externen Experten für digitale Abonnements beraten werden. Darüber hinaus gibt es wöchentliche, individuell gestaltete Übungen zu einer Reihe verlagsspezifischer Fragestellungen rund um das Thema digitale Abonnements, einschließlich der Nutzung von Facebook und anderer sozialer Medien.

In enger Zusammenarbeit mit Coaches sollen die Verlage eigene Projekte entwickeln, die auf ihre individuellen Geschäftsanforderungen zugeschnitten sind. Eigens dafür bereitgestellte Fördermittel sollen den Projektteams helfen, ihre Ideen in die Praxis umzusetzen. Hierfür macht Facebook mit dem International Center for Journalists (ICFJ) gemeinsame Sache, einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in Washington D.C., die bereits mit mehr als 100.000 Journalisten in 180 Ländern zusammengearbeitet hat. Das ICFJ stellt die Experten und ist unter anderem für die Zuteilung der Projektbudgets verantwortlich. Im Anschluss werden die Teilnehmer vom Facebook Journalism Project weiter unterstützt.

"Wir sind davon überzeugt, dass lokale Nachrichten für den gesellschaftlichen Zusammenhalt eine entscheidende Rolle spielen. Daher möchten wir sicherstellen, dass das Ökosystem rund um lokale Medien robust ist. Ganz egal ob die Artikel auf Facebook erscheinen oder nicht", erklärt Anne Kornblut, Director of News Initiatives, im News Partnerships Team bei Facebook.

Auf seiner Facebook Journalism Project-Website will Facebook Einblicke in das Programm und die Arbeit der Experten mit den Verlagen geben, sowie erfolgreiche Strategien und Fallstudien teilen, damit mehr Verlage von den Erkenntnissen profitieren könnten.

Hintergrund: Ein ähnliches Förderprogramm wie Facebook hatte bereits auch Google für Medien und Journalisten auf den Weg gebracht. Im März 2018 rief der Internet-Konzern die "Google News Initiative" (GNI) als globales Dach ins Leben. Sie setzt im Wesentlichen auf der Arbeit der "Digitalen News Initiative" auf, mit der das Unternehmen auf europäischer Ebene zum Beispiel Entwicklungsprojekte in Verlagen förderte. Auch Google kündigte damals eine Investition in Höhe von 300 Millionen Dollar an, die das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren unterfüttern soll.

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