Geburt(stage) bei Instyle: Chefredakteurin Kerstin Weng freut sich auf gleich zwei Jubiläen

 

Schon bald wird Kerstin Weng zum ersten Mal Mutter. Aktuell gilt es, das 20-Jahre-Jubiläum von Burdas "InStyle" zu feiern. Im "kressköpfe"-Interview kann man sich von der überbordenden Energie der Chefredakteurin anstecken lassen.

kress.de: Frau Weng, wie knifflig ist es für Sie eigentlich, ein schönes rundes Jubiläum zu feiern und gleichzeitig Ihr Magazin als so jung wie am ersten Tag zu präsentieren?

Kerstin Weng: Gar nicht knifflig. "InStyle" ist ein Trendmagazin. Wir bleiben also dank unserer inhaltlichen Ausrichtung automatisch jung. Demnach haben wir auch junge Leserinnen, aber natürlich auch solche, die quasi mitwachsen – alle eint die Liebe zur Mode. Ihnen bieten wir Inspiration, Orientierung und Service sowohl im Magazin als auch online und über unsere Social Media-Kanäle.

"Wir möchten als Trendmagazin nicht auf der Stelle treten."

kress.de: Für viele junge Menschen wird es ab der Altersschwelle 20 ja zunächst einmal eher schwierig – wie sich neu orientieren? Fängt eines Tages dann wirklich der vielbeschworene Ernst des Lebens an? Was glauben Sie, wie kommt "InStyle" mit derlei Zukunftsperspektiven klar?

Kerstin Weng: Auch "InStyle" fragt sich immer wieder: Wohin geht’s? Das hat aber weniger mit einer Zahl zu tun, oder mit einem Jubiläum, sondern damit, dass wir als Trendmagazin nicht auf der Stelle treten möchten. Unser Konzept und das, was wir als Marke bieten, ist in der Art einzigartig auf dem Markt, und das soll es auch bleiben. Deswegen führen wir immer wieder Neues ein, z.B. die InStyle Lounge, in der Influencer und Leser unsere Marke und viele Partnermarken erleben können, aber auch unsere Shop it-Funktion, mit der wir die Produkte im Heft nachkaufbar gemacht haben.

kress.de: Ihr Titel lebt davon, nicht nur in der jungen Zielgruppe immer als der Maßstab für die jeweils aktuellen Trends - für alles, was sein muss, und für das, was überhaupt nicht geht - wahrgenommen zu werden. Wie stressig ist es für Sie und Ihre Teams, tatsächlich immer genauso streng sein zu müssen?

Kerstin Weng: Das ist kein Stress, das ist ein Traumjob! Das Aufspüren und Kuratieren aktueller Trends ist unsere Leidenschaft, sonst würden wir nicht bei "InStyle" arbeiten. Wir alle im Team lieben Mode und Beauty und umgeben uns deswegen gerne damit. Super, damit auch noch Geld zu verdienen!

"Nähe kommt automatisch, wenn man etwas macht, das man selbst auch gut findet."

kress.de: "InStyle" bemüht sich – auch digital – stark um Nähe zu den Leserinnen. Was muss man als Journalistin tun, dass solche Absichten nicht bloß Lippenbekenntnisse bleiben?

Kerstin Weng: Die Nähe kommt automatisch, wenn man etwas macht, das man selbst auch gut findet. Ob das nun das Printmagazin, unsere Homepage oder unsere Social Media-Kanäle sind: Verstellen muss sich hier niemand, und so ist das Ganze auch stets authentisch und nahbar. Leserbriefe laufen beispielsweise auf meinem E-Mail-Account ein; ich beantworte sie selbst, einfach weil ich das als Leserin auch gut finden würde. Nähe ist also nichts, was wir zwanghaft generieren, sondern was sich ganz natürlich ergibt, wenn man Leser als Teil des Ganzen und quasi als Teampartner sieht.    

kress.de: Auf Ihr Betreiben ging es mit zurück, die Marke deutlich auszudehnen. Was macht aus Redaktionssicht den Reiz einer InStyle Lounge etwa auf der Berliner Fashion Week aus?

Kerstin Weng: Mit unserer InStyle Lounge stellen wir eine Verbindung zwischen Werbepartner und Konsumentinnen her. Marken können sich einer modebegeisterten Zielgruppe aus Leserinnen, Prominenten und Influencern präsentieren und für Konsumentinnen wird Instyle erlebbar, indem sie auf tolle Labels und ihre Stylevorbilder aus der Fashion-Szene treffen.

"Ich habe mich von Anfang an bei 'InStyle' für eine starke Verschmelzung von Print und Online eingesetzt."

kress.de: Sie sind jetzt seit 2016 Chefredakteurin und hatten ja - nach einem Gastspiel beim Digitalunternehmen Stylight - damit auch den Weg wieder zurück zum Magazinjournalismus eingeschlagen. Haben Sie den jemals wieder bereut?

Kerstin Weng: Zurück? Ich habe den Weg des Magazinjournalismus nie verlassen, deswegen gibt es auch nichts zu bereuen. Es kommt natürlich darauf an, wie man Magazinjournalismus definiert ­– für mich findet er nicht nur gedruckt statt, sondern auch online. Man geht ihn handwerklich nur etwas anders an. Die Recherche, die Themen und die Protagonisten bleiben aber ja die Gleichen, egal ob man rein digital arbeitet oder wie jetzt bei InStyle Print und digital zusammen inhaltlich verantwortet. Das finde ich auch sehr wichtig, weswegen ich mich von Anfang an bei "InStyle" für eine starke Verschmelzung von Print und Online eingesetzt habe. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir inzwischen eine Redaktion haben, in der jeder Ahnung von beidem hat: ehemalige reine Printjournalisten verfassen Online-Artikel und ehemalige Online-Redakteure arbeiten auch für das Heft.

kress.de: Wenn Sie auf die bisherigen Stationen Ihrer Laufbahn zurückblicken: Wo haben Sie am meisten gelernt, welche Stationen haben Sie am stärksten geprägt?

Kerstin Weng: Journalismus wirklich begriffen habe ich während eines Praktikums 2002 beim "SZ-Magazin", als mich Kerstin Greiner unter ihre Fittiche nahm. Später schrieb ich als freie Autorin für Rebecca Casati für die Stilseite der "Süddeutschen", auch hier habe ich wahnsinnig viel über qualitativ hochwertigen Modejournalismus gelernt. Generell war aber jede Station mit einem Lerneffekt verbunden, sei es meine erste Chefredaktion bei "Cosmopolitan" oder mein rein digitales Jahr bei Stylight, wo wir Schulter an Schulter mit Entwicklern und E-Commerce-Experten ein Online-Fashionmagazin aufgebaut haben. Und natürlich lerne ich auch hier bei "InStyle" jeden Tag dazu, wo wir täglich an der Verschmelzung von Print und digital arbeiten und daran, eine starke Marke 360 Grad auszubauen. Deswegen finde ich meinen Job und die herausfordernden Zeiten auch so gut: Man bleibt nie stehen!

kress.de: Für Sie dürfte es ja derzeit nicht nur mit dem Heft-Geburtstag, sondern auch privat einiges Einschneidendes zu feiern geben. Mit welchen Gefühlen und Vorerwartungen gehen Sie in die nächsten Wochen?

Kerstin Weng: Mit den gleichen Gefühlen, mit dem ich bisher alles Neue im Leben angegangen bin: mit riesengroßer Vorfreude, aber auch Respekt und einer Portion "Wird schon alles".

"Meine Familie und Freunde wirken auf mich wie Speed-Akkus."

kress.de: Viel los nicht nur dieser Tage. Wie kommen Sie überhaupt zu ein wenig Erholung, wie tanken Sie Ihre Kraftreserven auf?

Kerstin Weng: Meine Familie und Freunde wirken auf mich wie Speed-Akkus. Ich muss nicht zwingend Digital Detox betreiben oder andere gängige Entspannungsprogramme wie Yoga absolvieren, ich brauche nur einen Ort mit einer sehr positiven Atmosphäre, um wieder aufzutanken. Das kann mein Sofa sein, der Küchentisch einer Freundin, die Natur oder ein fremdes Land.

kress.de: Sie führen ein "kressköpfe"-Profil. Wie wichtig ist das Netzwerken für Sie?

Kerstin Weng: Netzwerken ist extrem wichtig. Ich finde es spannend, neue Leute kennenzulernen, denn oft schließt sich an ganz unerwarteter Stelle dann ein Kreis.

kress.de: Was inspiriert oder beschäftigt Sie, wenn sie Berichte auf kress.de oder "kress pro" lesen?

Kerstin Weng: Ich lese gerne, was Kollegen gerade planen und umsetzen und lasse mich davon inspirieren. Oft bekommt man Anstoß, eine Idee weiterzudenken und zu überlegen, ob das nicht auch was für das eigene Team oder die Marke sein könnte.

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