5 wichtige Erkenntnisse für Zeitschriftenverleger

10.04.2019
 

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger hat Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2018 präsentiert und auf 2019 vorausgeschaut. kress.de hat die wichtigsten Erkenntnisse und Infografiken gesammelt.

Die Fach- und Publikumsverlage in Deutschland haben 2018 einen Branchenumsatz von 20,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dabei betrugen die Erlöse im Vertriebsmarkt rund 4 Mrd Euro. 

Der Vertriebsmarktumsatz der Publikumszeitschriften in Deutschland sei deutlich höher als bislang angenommen, teilt der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger mit. Dies habe eine neu strukturierte Berechnung der Vertriebsumsätze aller im Abonnement, Einzel- und Bahnhofsbuchhandel sowie als E-Paper erhältlichen Magazine ergeben.

Relevant ist die Größenordnung, die die sonstigen Geschäftsfelder mittlerweile erreicht haben: Im Auftrag des VDZ haben die Experten der Schickler Unternehmensberatung die Umsatzerlöse der VDZ-Mitgliedsverlage in den Bereichen Bildung, Veranstaltungen, Software & Services, Stellen-Plattformen und Transaktionsplattformen analysiert. Insgesamt erwirtschafteten die Verlage damit rund 3,95 Mrd. Euro. Den weitaus größten Anteil machten mit 2,3 Mrd. Euro die Transaktionsplattformen aus, also die Erlöse, die über E-Commerce, Vergleichsportale und Online-Rubriken-Märkte hereinkamen. Über den Bereich Bildung wurden Umsätze in Höhe von 310 Mio. Euro, über Veranstaltungen 229 Mio., über Software & Services 425 Mio. und über Stellen-Plattformen 709 Mio. Euro erzielt.

Laut der VDZ-Trendumfrage plant fast jeder zweite Verlag (45 Prozent) 2019 neue periodische Printtitel und 60 Prozent der Häuser neue Print-Sonderausgaben. Nahezu jeder vierte Zeitschriftenverlag will neue digitale journalistische Angebote auf den Markt bringen, den Launch neuer Podcast-Formate haben 38 Prozent vor. 2018 erreichte die Zahl der Printtitel in Deutschland laut Wissenschaftlichem Institut für Presseforschung und Medienberatung aus Köln mit insgesamt 1.625 mindestens quartalsweise erscheinenden Publikumszeitschriften eine neue Höchstmarke, von denen praktisch alle auch digitale Kanäle bespielen.

"Mit rund 4 Milliarden Euro Umsatz vom Leser, 1,6 Milliarden am Kiosk verkauften Magazinen pro Jahr, das sind rund 20 Magazine pro Einwohner, hat Deutschland weltweit den stärksten Zeitschriftenmarkt. Paid Content ist die tragende Säule des Zeitschriftengeschäfts", betont VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer.

Beim Thema Paid Content sehen viele Verleger eine deutliche Entwicklung zu einer erhöhten Zahlungsbereitschaft der Nutzer: "Nicht nur die Zahl der genutzten E-Paper-Ausgaben und der Online-Abos ist deutlich gestiegen, auch die Umsätze haben laut Schätzung des Fachdienstes 'pv digest' bei Zeitschriften und Zeitungen fast 400 Mio. Euro im Jahr erreicht", so der VDZ. Fachzeitschriften erzielten bereits Paid Content-Umsätze jenseits der Milliarden-Euro-Grenze.

Erfreulich sei dabei, wer aktuell für journalistische Inhalte den Geldbeutel zücke: "Nicht die ältere, zahlungskräftigere Klientel zahlt am häufigsten für kostenpflichtigen Online-Journalismus, sondern die weitaus jüngeren Digital Natives. Laut einer PwC-Studie haben 39 Prozent der 18- bis 29-jährigen bereits einmal für Online-Medien bezahlt", heißt es beim VDZ. Bei den 30- bis 39-jährigen seien es mit 34 Prozent auch noch mindestens doppelt so viele wie in den älteren Jahrgangsgruppen.

kress.de-Tipp: Alle Ergebnisse aus der Jahrespressekonferenz 2019 des VDZ sind in diesem PDF gesammelt.

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