Wie ARD-Führungskraft Marcus Bornheim den Solutions Journalism vorantreibt

15.04.2019
 

Jeden Abend berichten die "Tagesthemen" im Ersten über politische Debatten, Missstände und Skandale. Ab dem 15. April wird das Nachrichtenmagazin gezielt auch Lösungen für gesellschaftliche Probleme in den Fokus stellen. Marcus Bornheim, Zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell, erklärt das Konzept.

"Wir wollen das ganze Bild zeigen, denn im Alltag unserer Zuschauerinnen und Zuschauer gibt es manchmal auch Probleme, die vielleicht auf der großen Bühne noch hitzig diskutiert werden, sich aber im Kleinen bereits auflösen lassen. Das entspricht der Lebenswirklichkeit", so Marcus Bornheim, Zweiter Chefredakteur von ARD-aktuell. Der Titel der eigens dazu geplanten Serie lautet #lösungsfinder.

Die Serie soll ganz konkret Ansätze mit potentiell gesellschaftlicher Relevanz vorstellen: Wie lässt sich der Mangel an Hebammen lösen? Wie schafft man bezahlbaren Wohnraum? Wie kann man Schulabbrechern helfen? Alles Alltagsfragen, für die es bereits Lösungsansätze gebe, so Bornheim.

"Solutions Journalism" ist ein Trend aus den USA, der sehr eng mit dem "Constructive Journalism" verwandt ist. "Dabei geht es nicht darum, alles rosarot anzumalen, sondern zu zeigen: Hier ist ein Problem. So kann es gelöst werden. Und es braucht diese und jene Bedingung", erklärt Bornheim weiter.

Ziel sei es, die Zuschauerinnen und Zuschauer zur Diskussion über Lösungen anzuregen. Die Erfahrung aus den USA zeige, dass es großes Interesse daran gibt, Debatten konstruktiver zu führen und sich konkret mit Ideen zu beschäftigen. "Das hilft den Menschen mehr als ritualisierte Debatten", so die ARD-Führungskraft.

Hintergrund: Zunächst ist eine zweiwöchige #lösungsfinder-Serie bei den "Tagesthemen" geplant. Danach wird die Redaktion die Ergebnisse auswerten.

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