Bericht: Michael Bröcker verbündet sich mit Gabor Steingart

02.05.2019
 

Chefredakteur Michael Bröcker wird die "Rheinische Post" verlassen. Weil er ein Angebot angenommen hat, dass er aus seiner Sicht nicht ablehnen konnte. Einem Bericht zufolge kam die Offerte von Gabor Steingart.

"Der scheidende Chefredakteur der Rheinischen Post, Michael Bröcker (41), geht unter die Medienunternehmer. Er schließt sich Gabor Steingart (56) an", berichtet manager-magazin.de. Bröcker soll bei Steingarts neuer Medienfirma als Journalist arbeiten.

Gabor Steingart hat nach der Trennung von Holzbrinck sein eigenes Medienunternehmen in Berlin gegründet. Nun will er mit "Media Pioneer" expandieren, wie er jüngst in einem Interview angekündigt hat.

Steingart suche gerade Investoren für von ihm gegründete und miteinander verbundene Medienfirmen in Berlin, heißt es bei "manager-magazin.de". Sie sollen offenbar unter anderem ein digitales Informationsangebot anbieten, das sich an Fachleute aus Politik und Wirtschaft richtet. In den vergangenen Wochen hat Steingart dem Bericht zufolge Diskussionen mit mehreren Verlagen und auch medienfernen Investoren über einen Einstieg geführt - "unter anderem und sehr intensiv mit dem Axel-Springer-Verlag".

Zu den Personen: Gabor Steingart arbeitete 20 Jahre für das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" - zunächst als Korrespondent in Bonn, später als Ressortleiter Wirtschaft, Leiter des Hauptstadtbüros Berlin und Washington D.C. Von April 2010 bis Dezember 2012 war Steingart Chefredakteur des "Handelsblatts". Das "Handelsblatt" wurde 2017 von einer international besetzten Jury mit dem European Newspaper Award als "European Newspaper of the Year" ausgezeichnet. Von Januar 2013 bis Februar 2018 war Steingart Vorsitzender der Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group und Herausgeber der Wirtschaftszeitung.

Steingart publiziert den täglichen Newsletter Steingarts Morning Briefing, in dem er jeden Morgen pointiert das aktuelle Welt- und Wirtschaftsgeschehen kommentiert. Mit diesem "Pre-Breakfast Medium" schuf Steingart eine moderne Form der Miniatur-Tageszeitung, die mittlerweile durch einen Morning Briefing Podcast ergänzt wird. Dort finden sich neben Nachrichten und Kommentaren Interviews mit Meinungsbildnern aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

Vor 15 Jahren, am 1. April 2004, startete Michael Bröcker seine journalistische Karriere bei der "Rheinischen Post" mit einem Volontariat. Sein Weg führte ihn über die Lokalredaktion in Mönchengladbach weiter in die Parlamentsredaktion nach Berlin und zurück in die Zentrale nach Düsseldorf-Heerdt, wo Bröcker die letzten fünf Jahre als Chefredakteur in besonderer Funktion für die Zeitung und die digitalen Inhalte der "Rheinischen Post" verantwortlich war.

Der gebürtige Münsteraner wurde früh im Rheinland sozialisiert und schrieb seinen ersten (öffentlichen) Text während eines Schul-Praktikums beim "Rheinischen Merkur" in Bonn. Nach dem Abitur studierte er Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaften an der Universität Köln, unterbrochen von einer sechsmonatigen Hospitanz beim "Stadtmagazin" in Los Angeles, USA.

Hintergrund: "Ich habe mich entschlossen, nach 15 Jahren die Rheinische Post zu verlassen und ein Angebot anzunehmen, das ich aus meiner Sicht nicht ablehnen kann. Mich zieht es wieder in die Hauptstadt. Politik, klar! Journalismus, natürlich! Ich freue mich jedenfalls sehr auf starke Partner, ein neues Team, ein bisschen unternehmerische Perspektive und digitalen Journalismus", schrieb Michael Bröcker in dieser Woche auf seiner Facebook-Seite.

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