Welche Medienmanager am besten verdienen

 

Wie gut Max Conze, Udo Müller, Olaf Schröder, Mathias Döpfner, Thomas Rabe verdienen - und wer der bestbezahlte Aufsichtsrat in der Medienszene ist. Exklusiv aus Markus Wiegands "kress pro"-Kolumne. 

Welche Manager haben im vergangenen Jahr am besten verdient?

In der Berichtsaison lässt sich jedes Jahr besichtigen, welche Unternehmen ihre Manager wie gut entlohnen. Eine Auswahl unter den Medienunternehmen, die das transparent in ihren Geschäftsberichten regeln.

Max Conze, der CEO von ProSiebenSat.1, bekam 5,5 Mio. Euro (davon 905.000 Euro fix, der Rest variabel). Bei Conze weist der Geschäftsbericht in seinem Gehalt einen Sign-on-Bonus in Höhe von 3 Mio. Euro aus. Ehrlich gesagt: Sign-on-Bonus mussten wir nachschlagen. Jetzt wissen wir: Im Fußball nennt man das Handgeld, also eine Prämie dafür, dass man einen Vertrag unterschreibt. Solch einen Bonus können Spitzenkräfte verlangen, die besonders nachgefragt sind. Conze mus den Nachweis noch antreten, dass er sein Handgeld auch wert ist.

Vorgänger Thomas Ebeling übrigens bekam laut Geschäftsbericht eine Abfindung von 7,1 Millionen Euro. Der ehemalige CEO war im Februar 2018 aus dem Amt geschieden. Sein Vertrag lief noch bis zum 30. Juni dieses Jahres.

Udo Müller, CEO von Ströer (u. a. T-Online), bekam im vergangenen Jahr 3,57 Mio. Euro (davon 1,65 Mio. Euro fix). Olaf Schröder, Vorsitzender des Vorstands der Constantin Medien (u.  a. Sport1), erhielt 633.000 Euro (davon 558.000 Euro fix).

Gehen wir weiter zu den Unternehmen, die bei den Vorstandsbezügen intransparent agieren. Nr. 1 in der Kategorie "Wir verschleiern das Gehalt des Vorstandschefs" ist wie jedes Jahr Axel Springer. Das Unternehmen weist (als eine der wenigen Ausnahmen der Daxund MDax-Unternehmen) nur die Gesamtbezüge des fünfköpfigen Vorstandes aus: 21,4 Millionen Euro (exklusive Vorsorgeleistungen von 1,4 Mio.). Nicht darin enthalten sind verschiedene Aktienoptionsprogramme. Das wichtigste hat laut Geschäftsbericht einen Wert von 29,2 Mio. Euro. Es kommt allerdings nur zur Auszahlung, wenn bestimmte Schwellenwerte erreicht werden.

Bei MDax-Unternehmen unterstellen Gehaltsstudien, dass der CEO durchschnittlich 1,8-mal so viel verdient wie ein einfaches Vorstandsmitglied. Legt man diesen Wert für CEO Mathias Döpfner zugrunde, hat er 7,63 Mio. Euro als Gehalt erhalten.

Angesichts der Bedeutung von Döpfner für Axel Springer kann man allerdings davon ausgehen, dass die Lohnspreizung bei Springer größer ist und Döpfner im zweistelligen Millionenbereich liegen dürfte (Pensionszusagen und Aktienoptionen kommen noch obendrauf).

Bertelsmann weist aus, dass der fünfköpfige Vorstand insgesamt 32,7 Millionen Euro erhalten hat. CEO Thomas Rabe dürften davon schätzungsweise 12 Millionen Euro zugeflossen sein.

Der bestverdienende Aufsichtsrat in der deutschsprachigen Medienszene übrigens dürfte Pietro Supino von der Schweizer Tamedia sein. Der Verleger und Anteilseigner strich 2018 als Chef des Verwaltungsrates 1,68 Mio. Franken ein (umgerechnet 1,48 Mio. Euro). Zum Vergleich: Springer honorierte den neunköpfigen Aufsichtsrat insgesamt mit 3 Millionen Euro. Bertelsmann zahlte dem Aufsichtsgremium 1,88 Mio. Euro.

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