Renner: G+J hat Relotius-Stücke aus der FTD bisher nicht überprüft

17.05.2019
 

Gruner + Jahr hat die in der "FTD" erschienen Artikel von Claas Relotius noch nicht überprüft. Die Storys sollen "mehr als nur Ungereimtheiten" enthalten. Dies berichtet Kai-Hinrich Renner. 

"Neu ist jedoch, dass Relotius dem Blatt zwischen 2010 und 2012 - damals war der heutige 'Spiegel'-Chef Steffen Klusmann 'FTD'-Chefredakteur - insgesamt zehn Artikel von höchst fragwürdiger Qualität verkaufte. Herausgefunden haben das Studierende des Studiengangs Journalistik der Universität Hamburg", schreibt Kai-Hinrich Renner in seiner aktuellen Kolumne im Hamburger Abendblatt.

Der Professor Volker Lilienthal sagte zu Renner, die "FTD"-Storys von Relotius enthielten "mehr als nur Ungereimtheiten". Der Hochschullehrer wirft Relotius "mangelnde Sorgfalt" vor. Er habe "vermutlich abgekupfert". Bei einigen Stücken gäbe es gar "Indizien für Zudichtungen".

Lilienthal und die Journalistik-Studierenden haben die Ergebnisse der Untersuchung an diesem Freitag auf dem Fachportal Message Online veröffentlicht.

Laut Renner hat Gruner + Jahr, der Verlag in dem die Ende 2012 eingestellte Wirtschaftszeitung erschien, die "FTD"-Stücke des Fälschers Claas Relotius bisher nicht überprüft. Ein Sprecher sagte, Renner zufolge, man habe nach Bekanntwerden des Skandals geschaut, ob Relotius als Autor für einen der Titel des Hauses gearbeitet habe. Bei der seit gut sechs Jahre nicht mehr erscheinenden "FTD" habe man das nicht getan.

Und Renner zitiert den G+J-Sprecher folgendermaßen weiter: "Ich bin für den Hinweis sehr dankbar, wir haben die Artikel in unserem Archiv umgehend gesperrt, bis klar ist, ob es in den Artikeln Unstimmigkeiten gab oder nicht."

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