Dirk Ippen: Kinder, was wollt ihr in Frankfurt?

 

Verleger Dirk Ippen hat "kress pro" ein sehr persönliches Interview gegeben. Er spricht darin auch erstmals über den Kauf der "Frankfurter Rundschau" und der "Frankfurter Neue Presse" von der "FAZ.

"kress pro": Noch sind Sie der Mehrheitseigner. Wobei wollen Sie gefragt werden?

Dirk Ippen: Bei ganz grundsätzlichen Dingen, wie z. B. dem Kauf der Titel in Frankfurt. Das geht nicht ohne meine Zustimmung. Ich hätte es wohl eher nicht gemacht.

"kress pro": Vor rund einem Jahr haben Sie die "Frankfurter Rundschau" und die "Frankfurter Neue Presse" von der FAZ gekauft. Warum waren Sie dagegen?

Dirk Ippen: Ich habe gesagt: Kinder, was wollt ihr da? Das ist viel Arbeit und macht Probleme. Erspart uns und euch das.

"kress pro": Wieso? Sie haben doch früher dauernd Titel gekauft, um sie zu sanieren.

Dirk Ippen: Ja, aber ich habe nie einen Großstadttitel gekauft, ich war immer mehr in der Provinz zu Hause bei den Kreisblättern. Aber die Jungen haben gesagt: Wir machen die Arbeit und wir schaffen das. Und aus heutiger Sicht muss ich sagen: Sie hatten recht. Es gibt nur wenige Top-Städte in Deutschland. Und mit München und Frankfurt sind wir jetzt in zweien vertreten. Im Raum Frankfurt haben wir jetzt vier Titel und fünf in der Vermarktung mit der "RheinMain-Zeitung". Dazu das Anzeigenblatt "Extra Tip". Und für Hessen können wir jetzt ein gemeinsames Onlineportal bauen mit starken Marken. Die "Frankfurter Rundschau" mag vieles hinter sich haben, aber auch sie ist eine starke Marke und die einzige nationale, die wir haben.

"kress pro": Was mussten Sie bezahlen? Wie man hört, waren Sie der einzige ernsthafte Interessent. Die FAZ wollte ja unbedingt die zugehörige Druckerei mitverkaufen, was viele abgeschreckt hat.

Dirk Ippen: Das verstehe ich schon. Aber zu niemandem passte es so gut wie zu uns. Über den Preis sprechen wir nicht. Wir haben ordentlich bezahlt, aber die hohen Summen, die da zum Teil kursieren, sind Unsinn.

"kress pro": Was sind Zeitungen heute noch wert?

Dirk Ippen: Das kommt immer darauf an, aber auf jeden Fall viel weniger als früher. Der reichste Mann der Welt, Warren Buffett, kauft auch heute noch kleinere Zeitungen, wie wir sie haben. Aber er zahlt ganz wenig dafür, drei- bis fünfmal das Jahresergebnis vor Steuern und Zinsen zum Beispiel.

"kress pro": Sie sprechen generell nicht gerne über Zahlen, nicht mal über den Umsatz. Warum machen Sie so ein Geheimnis daraus?

Dirk Ippen: Wir haben viele Titel in überschaubaren Orten mit mittelständischer Werbekundschaft. Da möchten wir als ebenso aufgestellter kollegialer Partner im Tagesgeschäft wahrgenommen werden. Dazu passt es schlecht, wenn publik würde, wie viel Umsatz oder gar Gewinn eine Zeitungsgruppe wie unsere erwirtschaften kann - oder konnte, muss man ja heute besser sagen. Denn die besten Zeiten sind ja nun vorbei.

"kress pro": Viele, auch im Unternehmen, fragen sich: Wie läuft das jetzt mit Ihrer Nachfolge:

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