Enges Rennen bei SWR-Intendantenwahl: Gniffke übertrumpft Schneider

23.05.2019
 

Kai Gniffke wird Intendant des Südwestrundfunk. Er setzte sich gegen Stefanie Schneider durch. Für die Entscheidung brauchte es zwei Wahlgänge.

Kai Gniffke (58) ist bei einer gemeinsamen Sitzung von Rundfunk- und Verwaltungsrat an diesem Donnerstag zum neuen Intendanten des Südwestrundfunks (SWR) gewählt worden. Auf den jetzigen Ersten Chefredakteur ARD-aktuell entfielen im zweiten Wahlgang 56 Stimmen. Mit 34 Stimmen aus Baden-Württemberg und 22 Stimmen aus Rheinland-Pfalz erhielt er die erforderliche Mehrheit in den Gremien der beiden Länder. Damit setzte sich Gniffke gegen die SWR Landessenderdirektorin Baden-Württemberg Stefanie Schneider (57) durch, die sich ebenfalls für das Amt beworben hatte.

Der Staatsvertrag der Zwei-Länder-Anstalt legt fest, dass im ersten und im eventuellen zweiten Wahlgang mindestens die Hälfte der Gremienmitglieder sowohl aus Baden-Württemberg als auch aus Rheinland-Pfalz für den neuen Intendanten stimmen muss. Das gelang im ersten Wahlgang nach einem dpa-Bericht nicht: Die baden-württembergischen Gremienmitglieder hätten dabei mehrheitlich für Schneider, die rheinland-pfälzischen für Gniffke gestimmt.

Gniffke löst Peter Boudgoust (64) als SWR Intendant ab, der im Dezember 2018 angekündigt hatte, dass er sein Amt vorzeitig zur Verfügung stellt. Ein genaues Datum des Amtsantritts von Gniffke steht derzeit noch nicht fest.

Zur Person: Kai Gniffke wurde am 20. November 1960 in Frankfurt am Main geboren. Das Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und des Öffentliches Rechts schloss er 1992 mit der Promotion zum Dr. phil. ab. Nach seiner Tätigkeit als Reporter und Schlussredakteur bei den Fernsehnachrichten des Südwestrundfunks in Mainz arbeitete er ab 1995 als Landespolitischer Korrespondent. 1999 übernahm er die Leitung der Redaktion ARD-aktuell beim SWR in Rheinland-Pfalz. Von 2003 bis 2005 war er Zweiter Chefredakteur ARD-aktuell. Seit 2006 verantwortet er als Erster Chefredakteur ARD-aktuell unter anderem die "Tagesschau", "Tagesthemen" und "tagesschau.de".

Hintergrund: In seiner Bewerbungsrede hatte Gniffke gesagt, der SWR müsse zum "Innovationstreiber Nummer 1 werden" und in Baden-Baden ein Labor dafür aufbauen. Es gehe darum, neue Videoformate zu entwickeln, sich mit der Start-up-Szene zu vernetzen und die digitalen Kanäle und sozialen Medien besser zu bespielen. Sein Ziel sei es außerdem, alle Führungspositionen im SWR je zur Hälfte mit Männern und Frauen zu besetzen.

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