Martin Kaul arbeitet künftig für Rechercheverbund von NDR, WDR und SZ

04.06.2019
 

Er wirkte zuletzt als Reporter in der "taz"-Chefredaktion: Martin Kaul hört nach zehn Jahren bei der Tageszeitung auf und wird Teil eines großen Rechercheverbunds.

"Nach zehn wundervollen Jahren als Redakteur bei der taz geht meine Zeit hier bald zu Ende. Jetzt freue ich mich sehr darauf, ab August mit den KollegInnen im Team von @WDRinvestigativ & im Rechercheverbund von @ndr, @WDR & @SZ arbeiten zu dürfen. Danke, #taz! Hallo, #NDRWDRSZ!", so Martin Kaul auf Twitter.

Das WDR-Investigativressort ist Teil des 2014 gegründeten Rechercheverbunds NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung. Leiter ist der ehemalige "Spiegel"-Chefredakteur Georg Mascolo.

Martin Kaul veröffentlichte in seiner "taz"-Zeit gemeinsam mit Sebastian Erb eine Recherche über die sogenannte Keylogger-Affäre um den früheren taz-Redakteur Sebastian Heiser. Weitere Recherchen Martin Kauls widmeten sich etwa den Missbrauchsvorwürfen gegen den Hacker, Journalisten und Wikileaks-Unterstützer Jacob Appelbaum, der BND-Affäre um den Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter oder dem sogenannten "Hannibal"-Komplex, einem Netzwerk aus teils rechtsextremen Mitgliedern mit Bezügen in Verfassungsschutzämter, Bundeswehr und Polizei.

Martin Kaul, Jahrgang 1981, studierte Politik- und Kulturwissenschaften in Berlin und Istanbul und arbeitet seit 2009 für die taz, zunächst als Redakteur, seit 2017 als Reporter in der Chefredaktion. Zuvor war er als freier Journalist unter anderem für Spiegel Online, die Financial Times Deutschland und dpa tätig.

Hintergrund: Die Rahmenbedingungen für investigative Recherchen haben sich in den letzten Jahren stark verändert: Die Recherche-Themen werden komplexer und globaler (z.B. Panama Papers, Offshore-Leaks, NSA). Die sorgfältige journalistische Aufarbeitung bindet immer mehr personelle und finanzielle Ressourcen. Deshalb sind NDR, WDR und die Süddeutsche Zeitung eine Recherchekooperation eingegangen. Dabei handelt es sich um eine freiwillige, anlass- und themenbezogene Zusammenarbeit. NDR, WDR und SZ behalten jeweils die volle finanzielle, redaktionelle und personelle Verantwortung, gemeinsame Etats gibt es nicht.

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