ProSiebenSat.1-Chef Conze: Unser Unterhaltungsbereich war unterfinanziert

11.06.2019
 

Max Conze sieht seine Sendergruppe auf dem Weg aus der Talsohle: "Wir sind deutlich über den Tiefpunkt hinaus", so der ProSiebenSat.1-Chef, der seit einem Jahr im Amt ist. Wie seine Strategie aussieht.

Der Münchner Medienkonzerns ProSiebenSat.1 hatte zuletzt das Vertrauen vieler Anleger verspielt; der Aktienkurs hatte sich in den vergangenen zwölf Monaten zwischenzeitlich nahezu halbiert. Vor der Hauptversammlung des Unternehmens am 12. Juni skizziert Conze in der "Welt am Sonntag" eine Strategie, die abnehmende lineare Fernsehreichweite durch eine steigende Digitalreichweite auszugleichen.

"Unser Unterhaltungsbereich war unterfinanziert", so Conze gegenüber Christian Meier von der "Welt". Abhilfe schaffen soll die Investition in digitale Unterhaltungsformate und die Streaming-Plattform Joyn, die am 18. Juni starten soll. Ziel sei, in zwei Jahren zehn Millionen Nutzer zu erreichen.

"Wir sind gerade dabei, Magazine, Nachrichten und Sportformate für Joyn zu entwickeln", sagt Conze. Zudem setzt der ehemalige Chef des Technologieunternehmens Dyson auf adressierbare, also auf Nutzerinteressen zugeschnittene Online-Werbung, um die anhaltenden Rückgänge der Werbeeinnahmen zu stoppen: "Wir werden wieder mit Werbung wachsen, davon bin ich überzeugt."

Einer möglichen Übernahme durch einen Mitbewerber erteilt Conze eine Absage. "Für uns macht ein Zusammenschluss keinen Sinn", macht der ProSiebenSat.1-Chef gegenüber "Welt am Sonntag" deutlich. Den italienischen Medienkonzern Mediaset der Familie Berlusconi, der gerade mit knapp zehn Prozent bei ProSiebenSat.1 eingestiegen ist, begrüße er aber als Investor. Denn: "Mediaset versteht, was wir tun. Die werden mit diesem Einstieg noch ordentlich Geld verdienen."

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