Wie Gründer und CEO Hansjörg Zimmermann mit Whatzlife sein Lern-Trauma bewältigt

 

Er war einst der schlechteste Abiturient Stuttgarts, baute die Digitalagentur-Gruppe der Argonauten auf und startet nun mit dem digitalen Erklärunternehmen Whatzlife - an der Seite namhafter Mitstreiter - neu durch. Im Köpfe-Interview öffnet Hansjörg Zimmermann die Bürotüren - und sein aufklärerisches Herz.

kress.de: Herr Zimmermann, Ihren Namen und Ihre Karriere hat man bislang vor allem mit Digitalwerbung und Ihren breitgefächerten Agentur- und Design-Tätigkeit in Verbindung gebracht. Wofür steht in einfachen Worten Ihr neues Engagement bei Whatzlife?

Hansjörg Zimmermann: Das Beste aus meinem bisherigen Leben sinnstiftend in ein Produkt zu verwandeln und mein persönliches Lern-Trauma in positive Energie umzusetzen: Freude am Lernen vermitteln.

"Ich bin seit der Gründung der Argonauten 1996 unternehmerisch tätig"

kress.de: Whatzlife wächst, hat Kunden und holte zuletzt prominente Mitstreiter an Bord. Dennoch versteht sich Ihr neues Haus weiterhin als Startup. Was hat denn den Unternehmergeist in Ihnen geweckt?

Hansjörg Zimmermann: Ich bin seit der Gründung der Argonauten 1996 unternehmerisch tätig. Nach 35 Jahren in der Welt der Werbung hat einfach meine Neugier für Neues in der Welt der Digitalen Transformation Oberhand gewonnen.

kress.de: Whatzlife und die Marke Whatzlearn wollen mit einfachen digitalen Mitteln komplexe Sachverhalte so erklären, dass ein Smartphone wirklich weiterhilft. Schlägt da auch Ihr Pädagogen- und Uniprofessoren-Gen durch?

Hansjörg Zimmermann: Stimmt. Aber auch mein Trauma als Stuttgarts schlechtester Abiturient 1978, (da) wo Lernen eine echte Qual war.

kress.de: Wie müssen Themen, die sich nicht im Küchenzuruf klären lassen, wie etwa die Fallstricke der DSGVO, aufbereitet werden, um Sie leicht erklären zu können?

Hansjörg Zimmermann: Indem man diese Themen attraktiv verpackt. Zum Beispiel mit einfachen Geschichten aus der DSGVO-Welt, gesprochen von namhaften Synchronsprechern, denen man gerne zuhört.

kress.de: Welche Inhalte und Themenbereiche eignen sich aus Ihrer Sicht für eine Whatzlearn-App?

Hansjörg Zimmermann: Alle, einfach alle. Auch wenn das unglaublich klingen mag. Aber inzwischen setzen wir neben DSGVO und Blockchain zum Beispiel auch Themen in der Industrie um bei Raffinerie-Revisionen oder mit WhatzHygiene auch eine Hygiene-Schulung für Ärzte.

"Als Werbetexter habe ich gelernt, komplexe Sachverhalte erstens einfach und zweitens mit Humor oder wenigstens einem Augenzwinkern umzusetzen"

kress.de: Welche Vorteile Ihrer Arbeit können Sie gegenüber Ihren Kunden besonders herausstreichen?

Hansjörg Zimmermann: Als Werbetexter habe ich gelernt, komplexe Sachverhalte erstens einfach und zweitens mit Humor oder wenigstens einem Augenzwinkern umzusetzen (meinen beiden Mentoren Jochen Pläcking und David Ogilvy danke ich an dieser Stelle ausdrücklich).

kress.de: Demnächst soll es aus Ihrem Haus eine Art digitaler Führerschein für Hundebesitzer geben. Was darf man sich darunter vorstellen?

Hansjörg Zimmermann: Das muss ich korrigieren. Zunächst launchen wir mit WhatzDogs einen digitalen Ratgeber für Hundebesitzer. Und wenn die Bundesländer sich auf eine einheitliche Gesetzgebung welche Qualifikationen Hundebesitzer haben müssen (wie in der Schweiz bereits vorgeschrieben) geeinigt haben, dann folgt in der Tat hierzu auch noch der Digitale Hundeführerschein, wo sich Herrchen und Frauen bequem und mit Freude am Lernen auf dieses Zertifikat vorbereiten können.

kress.de: Sie haben Sich für Whatzlife mit namhaften Mitstreitern zusammengetan. Wie haben Sie sich eigentlich gefunden?

Hansjörg Zimmermann: Hans-Peter Kleebinder kenne ich noch aus den Anfängen der Argonauten. Als sehr beliebter Dozent an meiner Hochschule hat er nach seiner Audi-Zeit gesehnt nach wie er sagt einer Tätigkeit, die „meaningful“ sei. Bei einem WPP-Management-Workshop 2017 in Griechenland hat er mit seinem Thema "How do we teach our teachter to teach our children in a digital future" das Thema der Klausur besetzt und damit hat er auch mein Herz und damit unsere Partnerschaft erobert. Karl König wiederum ist über Hans-Peters Frau Martina (ebenfalls Ex-ProSieben-Gruppe) bei uns aufgeschlagen, und der Transfer von Frank Emmer (dito ProSieben) hat unsere erste Saison erfolgreiches Teambuilding beschert. In der kommenden Saison wird dann noch eine namhafte Frau aus dem Top-Management dazustoßen, und dann ist das Team erst einmal für Wachstum gerüstet.

kress.de: Welche Tipps können Sie Kollegen geben, die ebenfalls mit einer unternehmerischen Tätigkeit liebäugeln?

Hansjörg Zimmermann: Neugierig auf Neues sein. Risikobereitschaft und Ausdauer mitbringen. Und Rückschläge in positive Energie verwandeln.

kress.de: Wenn Sie auf die Stationen Ihrer Berufslaufbahn zurückblicken: Wo haben Sie am meisten gelernt und welche Persönlichkeiten haben Sie im Rückblick entscheidend geprägt?

Hansjörg Zimmermann: Da muss ich neben Jochen Pläcking und David Ogilvy, der bei Ogilvy Zürich im Aufsichtsrat saß und dem ich dort mehrmals persönlich begegnet bin unbedingt noch Bernd M. Michael (Grey Middle Europe) erwähnen. Ich würde sagen, in der Welt der Werbung der kreativste und empathischste Mensch, dem ich je begegnet bin.

"Ich möchte die jungen Menschen zu mehr Mut und Nachhaltigkeit weiter motivieren"

kress.de: Sie hatten nach Ihrem Wirtschaftsstudium einst noch ein Studium der Kunstgeschichte und der Theaterwissenschaften folgen lassen. Heutzutage hat man oft den Eindruck, dass junge Leute Ihre Karrieren unter großem Zeitdruck und starr zielgerichtet anlegen. Wie viel allgemeine Lebensbedeutsamkeit geht da denn verloren?

Hansjörg Zimmermann: Da ging in der Tat einiges flöten. Gesellschaftliche Themen und Familie beginnen aber wieder an Wert zu gewinnen. Ich glaube mit der Generation Z und der "Fridays for Future"-Bewegung verändert sich das nachhaltig zugunsten von Lebensbedeutsamkeit. Ich möchte die jungen Menschen zu mehr Mut und Nachhaltigkeit weiter motivieren.

kress.de: Was bringt Sie auf die besten Ideen?

Hansjörg Zimmermann: Kinder. Kinder. Kinder. Nicht nur meine beiden Kinder Florian (27) und Tobias (23), sondern das Beobachten, wie auch Kleinstkinder die Welt begreifen und Kinder der Dritten Welt aus wenig viel machen.

kress.de: Gerade der Aufbau eines neuen Unternehmens fordert viel Kraft und Einsatz meist doch über die üblichen Bürozeiten hinaus: Wie und wo tanken Sie Ihre Kraftreserven auf?

Hansjörg Zimmermann: Beim Kochen und aktiv Sport machen. Und ich genieße - wenn auch zu wenig - die absolute Einsamkeit auf meinem kleinen Hof auf einem Weinberg völlig abgeschieden im südlichsten Zipfel Südtirols. Und dann spielt neben meinen beiden Kindern auch meine neue Partnerin eine ganz wesentliche Rolle. Eine kreative Frau, die anpacken kann und mir seit unserer ersten Begegnung bei "Gans and Roses" (ja, schreibt sich wirklich mit a nicht mit u) regelmäßig Lachen auf eine zauberhafte Weise, für mich ungewohnte Art entlockt.

kress.de: Sie führen ein "kressköpfe"-Profil. Wie wichtig ist das Netzwerken für Sie?

Hansjörg Zimmermann: Ohne netzwerken geht es in der Welt des Internets nichts mehr. Das Teilen von Wissen und von Kompetenzen, aber auch das Teilen von Autos (ich mache schon lange privat Carsharing mit meinen beiden Söhnen), Wohnungen oder Erlebnissen macht Freude.

"Für Langsames bin ich einfach nicht der Typ"

kress.de: Welche Neuigkeiten und beruflichen Inspirationen ziehen Sie aus Ihrer Lektüre von kress.de und "kress pro"?

Hansjörg Zimmermann: Irgendwie siginifikant andere News als die üblichen Mediendienste. Kurz und fokussiert und nicht so viel gelabert. Das mag ich. Und liest sich einfach gut. Und das bedeutet auch schnelle Inspiration. Für Langsames bin ich einfach nicht der Typ.

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