Warum sich Axel Springer jetzt zur Welt-Gruppe klar bekennt

10.07.2019
 

Der Finanzinvestor KKR knüpft in der Angebotsunterlage für Axel Springer die Fortführung der Welt-Gruppe an wirtschaftliche Bedingungen. Dies berichtet die FAZ. Wie Axel Springer auf den Bericht reagiert.     

"In dem 221 Seiten starken Dokument heißt es in einem entsprechenden Passus, KKR sowie die Verlegerwitwe Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner als Großaktionäre hätten vereinbart, die Welt-Gruppe fortzuführen. 'Dies steht unter der Voraussetzung einer angemessenen Steuerung der jährlichen Ergebnissituation'", schreibt und zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Mittwoch.

Auffallend sei, dass das offizielle Angebotsdokument in der besagten Passage nur die Welt-Gruppe zum Thema mache, zu der die Tageszeitung Welt, die Welt am Sonntag, die digitalen Angebote und ein Fernsehsender gehören. Von der Bild-Gruppe, die als lukrativer gelte, sei keine Rede, heißt in der FAZ. Ebenfalls falle der ungelenke Begriff der 'angemessenen Steuerung der jährlichen Ergebnissituation' auf. Damit sei dem Vernehmen nach wohl schlicht die wirtschaftliche Entwicklung, die Rentabilität gemeint.

Zur Erinnerung: Axel Springer hat vor rund einem Monat eine Investorenvereinbarung mit dem US-Finanzinvestor KKR getroffen. Im Zuge dessen soll eine strategische Partnerschaft eingegangen werden (kress.de berichtete).

Die zukünftige Unternehmensführung soll so aussehen: Die derzeitigen Aktionäre Friede Springer, die 42,6 Prozent der Anteile kontrolliert, und der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner, der 2,8 Prozent der Anteile besitzt, haben mit dem Investor gesondert vereinbart, ihre Beteiligungen an Axel Springer zu behalten. Die Vereinbarung mit KKR sieht zudem vor, "dass keine Entscheidungen auf Gesellschafterebene ohne die Zustimmung von Friede Springer getroffen werden können".

Bei Axel Springer sagt eine Konzernsprecherin gegenüber kress.de zu dem aktuellen Bericht der FAZ: "Die vertragliche Vereinbarung mit KKR beinhaltet ein klares Bekenntnis zur Welt-Gruppe. Damit bleibt die Welt ein wesentlicher Bestandteil der Zukunftsstrategie von Axel Springer". Und sie betont: "Aufgrund allgemeiner kaufmännischer Erwägungen gilt selbstverständlich, so wie bisher auch, der Vorbehalt einer angemessenen Ertragslage." Alle Angebote von Springer seien langfristig an eine positive Ertragsentwicklung gekoppelt.

An diesem Donnerstag wollen Aufsichtsrat und Vorstand von Axel Springer eine Stellungnahme zur Angebotsunterlage von KKR abgeben.

Hintergrund: Axel Springer möchte ein weltweit führender Anbieter von digitalem Journalismus und digitalen Rubrikenangeboten werden. KKR verfügt nach Ansicht von Springer über erhebliche Expertise in den Bereichen Digital und Medien sowie eine beeindruckende Bilanz an erfolgreichen Investitionen in Deutschland und in ganz Europa. KKR war von 2006 bis 2013 an ProSiebenSat.1 beteiligt und stieg mit Gewinn wieder aus. Zusammen mit dem Medienmanager Fred Kogel baut KKR seit Anfang des Jahres zudem rund um Tele München eine unabhängige Fernseh- und Film-Produktions- und Vertriebsfirma in Deutschland auf.

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